🗓️
Kalender der Welt: Quiz
16 Fragen · Wissenschaft
Wer am Donnerstag, dem 4. Oktober 1582, in Rom zu Bett ging, wachte am Freitag, dem 15. Oktober, auf. Zehn Tage waren einfach gestrichen. So hatte es Papst Gregor XIII. verfügt, denn der alte Kalender lief der Sonne davon: Julius Caesar hatte ihn 45 v. Chr. mit 365 Tagen und einem Schalttag alle vier Jahre eingeführt, ein klein wenig zu lang, und nach sechzehn Jahrhunderten fiel der Frühlingsanfang auf den 11. März. Seitdem gilt eine feinere Regel: Jahrhundertjahre sind nur dann Schaltjahre, wenn sie durch 400 teilbar sind. Der Frühling sollte an seinem Platz bleiben, weil an ihm das Osterfest hängt, das die Bischöfe schon 325 auf dem Konzil von Nicäa überall am selben Sonntag feiern wollten.
Nicht alle machten mit. Russland blieb beim julianischen Kalender, und so begann die Oktoberrevolution nach unserer Rechnung im November. Der islamische Kalender folgt allein dem Mond: Sein Jahr hat 354 Tage, und er zählt ab 622, dem Jahr der Hidschra. Der jüdische Kalender verbindet Mond und Sonne, schiebt in manchen Jahren einen dreizehnten Monat ein und feiert Neujahr im Herbst mit Rosch ha-Schana. In China beginnt der Zwölferzyklus der Tiere mit der Ratte, und mit den fünf Elementen ergibt sich ein großer Kreis von sechzig Jahren.
Manche Kalender sorgten für Aufsehen. Die Französische Revolution erfand Monate mit poetischen Namen wie Vendémiaire, die Zeit der Weinlese, und Wochen mit zehn Tagen. Die Langzählung der Maya schloss 2012 einen großen Zyklus ab, was manche für den Weltuntergang hielten. Und Astronomen umgehen das ganze Durcheinander mit einer schlichten Tageszählung, die Joseph Justus Scaliger 1583 vorschlug. Ein Rest der Antike steckt in jeder Woche: Unser Donnerstag ist der Tag des Donnergottes Donar.
Kostenlos üben
In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.