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Wappenkunde: Quiz
16 Fragen · Geschichte
Im 12. Jahrhundert hatten Ritter ein Problem: Unter Topfhelm und Kettenhemd sah einer aus wie der andere. Wer im Turnier oder in der Schlacht erkannt werden wollte, malte sich ein Zeichen auf den Schild. Aus diesem praktischen Einfall wuchs eine ganze Wissenschaft mit eigener Sprache, die Heraldik. Ihre Hüter waren die Herolde, Hofbeamte, die bei Turnieren die Wappen der Kämpfer prüften, ausriefen und in Wappenrollen festhielten. Nach ihnen ist die Wappenkunde benannt.
Das Herz jedes Wappens ist der Schild, der einzige Teil, der nie fehlen darf. Darüber kann ein Helm mit Helmzier sitzen, daneben stehen oft Schildhalter, Löwen, wilde Männer oder Engel, die den Schild stützen, und auf einem Band darunter steht manchmal ein Wahlspruch. Seltsam für Anfänger: Rechts und links werden aus der Sicht des Schildträgers bestimmt. Heraldisch rechts ist also das, was der Betrachter links sieht.
Auch die Farben folgen strengen Regeln. Die Tingierung kennt Metalle, Farben und Pelzwerke. Gold darf als Gelb gemalt werden, Silber als Weiß, und nach der Farbregel soll nie Farbe auf Farbe oder Metall auf Metall liegen, damit das Bild von Weitem lesbar bleibt. Die Engländer nennen Rot Gules, die Franzosen Blau Azur. Unter den Pelzwerken zeigt der Hermelin schwarze Schwänzchen auf Weiß, das Feh erinnert an die zusammengenähten Bälge von Eichhörnchen.
Bei den Bildern unterscheidet man Heroldsbilder, also Teilungen und geometrische Formen wie Pfahl, Balken und Sparren, von den gemeinen Figuren wie Löwe, Turm oder Schlüssel. Berühmteste Blume ist die Lilie der französischen Könige. Wer ein Wappen beschreibt, benutzt die Blasonierung, eine knappe Fachsprache, nach der ein Wappenmaler das Bild ohne Vorlage genau nachzeichnen kann.
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