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Bertolt Brecht lernen
13 Fragen · Literatur
Bertolt Brecht, 1898 in Augsburg geboren, revolutioniert das Theater des 20. Jahrhunderts und bleibt dabei stets Provokateur: Zigarre, Lederjacke, kühler Blick. Im Berlin der Zwanziger landet er mit der „Dreigroschenoper" (1928, Musik: Kurt Weill) den größten Bühnenerfolg der Weimarer Republik: Die Bettler-Oper um den Gangster Macheath (die „Moritat von Mackie Messer" wird zum Welthit) verspottet die bürgerliche Moral: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral."
Brechts eigentliche Revolution ist die Theorie: Das „epische Theater" soll nicht verzaubern, sondern zum Denken zwingen. Sein Werkzeug ist der Verfremdungseffekt: Songs, Spruchbänder, offene Bühne zerreißen die Illusion, damit der Zuschauer urteilt statt mitfühlt. Am Tag nach dem Reichstagsbrand 1933 flieht der Marxist aus Deutschland: Prag, Wien, Dänemark, Finnland, Moskau, Kalifornien: „öfter als die Schuhe die Länder wechselnd", wie es in „An die Nachgeborenen" heißt. Im Exil entstehen die großen Stücke: „Leben des Galilei", „Mutter Courage und ihre Kinder" (der Karren der Marketenderin, die vom Krieg lebt und ihm alle Kinder opfert, wird zum Jahrhundert-Bild), „Der gute Mensch von Sezuan" und „Der kaukasische Kreidekreis".
1947 wird Brecht in den USA vom Komitee für unamerikanische Umtriebe verhört: tags darauf reist er ab. Ab 1949 baut er in Ost-Berlin mit seiner Frau, der Schauspielerin Helene Weigel, das „Berliner Ensemble" auf, das sein Theater weltberühmt macht. Er stirbt 1956 in Berlin.
Wusstest du, dass Brecht dem DDR-Regime nach dem niedergeschlagenen Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 ein giftiges Gedicht hinterließ? „Die Lösung" fragt, ob es nicht einfacher wäre, „die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes": veröffentlicht wurde es erst nach seinem Tod.
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