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Miguel de Cervantes lernen
12 Fragen · Literatur
Miguel de Cervantes, 1547 in Alcalá de Henares bei Madrid geboren, führt ein Leben wie ein Abenteuerroman: Als Soldat kämpft er 1571 in der Seeschlacht von Lepanto gegen die Osmanen und verliert durch Schüsse den Gebrauch der linken Hand: „zum größeren Ruhm der rechten", scherzt er später; man nennt ihn den „Einhändigen von Lepanto". Auf der Heimfahrt gerät er in die Hände algerischer Korsaren: fünf Jahre Sklaverei in Algier, vier gescheiterte Fluchtversuche, bis Ordensbrüder ihn freikaufen. Zurück in Spanien schlägt er sich als Steuereintreiber durch und landet wegen verschwundener Gelder sogar im Gefängnis: wo ihm, so die Legende, die Idee zu seinem Meisterwerk kam.
1605 erscheint es: „Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha", der oft als erster moderner Roman gilt. Ein verarmter Landedelmann hat so viele Ritterromane gelesen, dass er sich selbst für einen fahrenden Ritter hält: Auf dem klapprigen Gaul Rosinante zieht er aus, die bäuerliche Dulcinea als Herzensdame erkoren, den treuherzigen Sancho Pansa als Knappen zur Seite. Der berühmte Kampf gegen die Windmühlen, die er für Riesen hält, wurde sprichwörtlich. Das Buch ist Parodie und zugleich anrührendes Doppelporträt von Idealismus und Wirklichkeitssinn: ein Welterfolg schon zu Lebzeiten; 1615 folgt der zweite Teil, auch als Antwort auf eine dreiste Fälschung.
Reich wird Cervantes nie: die Rechte hatte er verkauft. Er stirbt im April 1616 in Madrid, fast zeitgleich mit Shakespeare; nach ihm ist das Cervantes-Institut benannt, Spaniens Kulturinstitut in aller Welt.
Wusstest du, dass der „Don Quijote" als eines der meistübersetzten und meistgedruckten Bücher der Weltliteratur gilt und Ausdrücke wie „gegen Windmühlen kämpfen" in Dutzende Sprachen wanderten?
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