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Charlotte Brontë lernen
12 Fragen · Literatur
Charlotte Brontë, 1816 in Yorkshire geboren, wächst als Tochter eines Landpfarrers im windgepeitschten Moor-Dorf Haworth auf: in einem Haus voller Bücher und direkt neben dem Friedhof. Nach dem frühen Tod der Mutter und zweier älterer Schwestern erschaffen die verbliebenen Geschwister (Charlotte, Branwell, Emily und Anne) zum Trost ganze Fantasiewelten: Winzige, selbstgeschriebene Miniaturbücher über die erfundenen Reiche Angria und Gondal füllen ihre Kindheit.
Aus den spielenden Kindern werden schreibende Frauen: doch der Literaturbetrieb ist Männersache. Also veröffentlichen die drei Schwestern 1846 ihren gemeinsamen Gedichtband unter männlich klingenden Decknamen: Currer, Ellis und Acton Bell. Ein Jahr später schlägt „Jane Eyre" von „Currer Bell" ein wie ein Blitz: Die Geschichte der unscheinbaren, aber unbeugsamen Gouvernante, die sich in ihren Dienstherrn Mr. Rochester verliebt und vor dem Traualtar erfährt, dass seine erste Frau als „Wahnsinnige auf dem Dachboden" in Thornfield Hall eingesperrt lebt. Der Roman, erzählt in radikaler Ich-Perspektive einer Frau, die Gleichheit der Seelen einfordert, wird zum Skandal- und Welterfolg. Im selben Jahr erscheinen Emilys „Sturmhöhe" und Annes „Agnes Grey": drei Debüts aus einem Pfarrhaus, bis heute einmalig.
Dann schlägt das Schicksal zu: Innerhalb von neun Monaten sterben Branwell, Emily und Anne an Tuberkulose. Charlotte bleibt allein mit dem Vater zurück, schreibt „Shirley" und „Villette" und stirbt 1855, kurz nach ihrer späten Heirat, mit nur 38 Jahren.
Wusstest du, dass Charlotte ihre Identität sogar dem eigenen Verleger erst 1848 enthüllte? Als sie in London auftauchte, wollte kaum jemand glauben, dass hinter „Currer Bell" eine zierliche Pfarrerstochter steckte.
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