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Charles Dickens lernen
13 Fragen · Literatur
Charles Dickens, 1812 in Portsmouth geboren, erlebt mit zwölf Jahren das Trauma seines Lebens: Der Vater kommt ins Schuldgefängnis, und der Junge muss in einer Fabrik Schuhwichse-Töpfe etikettieren. Die Scham darüber verschweigt er zeitlebens fast allen: aber sie befeuert sein Werk: Kein Autor hat die Armen, die Kinder und die Vergessenen des viktorianischen England eindringlicher zur Hauptsache gemacht.
Vom Gerichtsreporter steigt Dickens mit den „Pickwickiern" (1836) zum Literaturstar auf: seine Romane erscheinen in monatlichen Fortsetzungsheften, und ganz England fiebert mit: „Oliver Twist", der Waisenjunge, der im Armenhaus um mehr Brei zu bitten wagt („Bitte, Sir, ich möchte noch etwas mehr") und an den Taschendieb-Meister Fagin gerät; „David Copperfield", sein stark autobiografischer Liebling; „Eine Geschichte aus zwei Städten" vor der Kulisse der Französischen Revolution; „Große Erwartungen" mit der im Brautkleid erstarrten Miss Havisham. Und natürlich „A Christmas Carol" (1843): Der Geizhals Ebenezer Scrooge wird von drei Weihnachtsgeistern bekehrt: die Erzählung prägte das moderne Weihnachtsfest mit, und „Scrooge" wurde zum Wort für Geizkragen.
Dickens ist auch Zeitungsherausgeber, Sozialreformer, Wohltäter und Entertainer: Seine Lesereisen durch Großbritannien und Amerika füllen Säle wie Popkonzerte; die mörderische Schlussszene aus „Oliver Twist" trägt er so packend vor, dass Zuhörerinnen in Ohnmacht fallen. Der Raubbau an den Kräften fordert seinen Preis: 1870 stirbt Dickens mit 58 Jahren; der Mysterienroman „Edwin Drood" bleibt unvollendet, sein Rätsel ungelöst.
Wusstest du, dass Dickens gegen seinen Wunsch nach einem stillen Begräbnis in der Westminster Abbey beigesetzt wurde: im „Poets' Corner"?
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