✍️
Heinrich Heine lernen
12 Fragen · Literatur
Heinrich Heine, 1797 in Düsseldorf in eine jüdische Kaufmannsfamilie geboren, scheitert erst als Kaufmann, studiert dann Jura und lässt sich 1825 protestantisch taufen; das „Entréebillett zur europäischen Kultur", wie er bitter spottet; genutzt hat es dem Juden Heine wenig. Zwei Jahre später erscheint das Buch, das ihn zum meistgelesenen deutschen Lyriker macht: das „Buch der Lieder" mit der Loreley („Ich weiß nicht, was soll es bedeuten"): Komponisten von Schumann bis Silcher vertonen die Verse tausendfach.
Doch Heine ist mehr als der Dichter süßer Liebeslieder mit ironischem Stachel: Er erfindet mit den „Reisebildern" eine neue, freche Prosa und wird zum brillantesten Journalisten seiner Zeit. Die Zensur des Deutschen Bundes verbietet 1835 gleich seine sämtlichen Schriften; da lebt Heine längst in Paris, wohin er 1831 übersiedelte, als Vermittler zwischen Deutschland und Frankreich, Bewunderer der Revolution und Freund von Marx, mit dem er zeitweise verkehrt. Aus der Ferne schreibt er sein Spottepos „Deutschland. Ein Wintermärchen" (1844): nach einer Heimreise, die seine letzte bleiben sollte.
1848 bricht Heine zusammen: Eine Rückenmarkserkrankung fesselt ihn acht Jahre lang in die „Matratzengruft", wie er sein Pariser Krankenlager nennt. Halb gelähmt und fast blind diktiert er weiter Gedichte von beißender Klarheit: der „Romanzero" entsteht im Elend. 1856 stirbt er in Paris; auf dem Montmartre liegt er begraben.
Wusstest du, dass Heines Satz „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen" aus seiner Tragödie „Almansor" von 1823 stammt? 110 Jahre später verbrannten die Nationalsozialisten auch Heines Bücher: die Loreley druckten sie trotzdem, als Werk eines „unbekannten Dichters".
Kostenlos üben
In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.