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Hermann Hesse lernen
13 Fragen · Literatur
Hermann Hesse, 1877 im schwäbischen Calw als Sohn pietistischer Missionare geboren, ist der große Dichter der Selbstsuche und war selbst ein früher Rebell: Aus dem evangelischen Klosterseminar Maulbronn flieht der 14-Jährige („entweder Dichter oder gar nichts"), es folgen Krisen, ein Suizidversuch, abgebrochene Lehren. Über eine Buchhändlerlehre in Tübingen findet er zur Literatur; der Erfolg von „Peter Camenzind" (1904) macht ihn zum freien Schriftsteller.
Seine Romane sind Stationen einer einzigen Reise nach innen: „Unterm Rad" (1906) rechnet mit der zermürbenden Schuldrill-Pädagogik seiner Jugend ab. „Siddhartha" (1922), die „indische Dichtung" über einen Brahmanensohn auf dem Weg zur Erleuchtung, speist sich aus der Indien-Prägung des Missionars-Enkels. „Der Steppenwolf" (1927) schickt den zerrissenen Harry Haller, halb Mensch, halb Wolf, durch das „Magische Theater": „Eintritt nur für Verrückte". „Narziß und Goldmund" stellt Denker und Lebenskünstler gegenüber; das Alterswerk „Das Glasperlenspiel" (1943) entwirft die Gelehrtenprovinz Kastalien und trägt Hesse 1946 den Literaturnobelpreis ein.
Der Kriegsgegner, der schon 1914 gegen die Hurra-Stimmung anschrieb („O Freunde, nicht diese Töne!"), lebt ab 1919 im Tessiner Dorf Montagnola, wird Schweizer Bürger, malt Aquarelle, pflegt seinen Garten und beantwortet zehntausende Briefe suchender Leser. Die Psychoanalyse, auch bei einem Schüler C. G. Jungs, prägt sein Werk tief. Er stirbt 1962 in Montagnola.
Wusstest du, dass Hesse in den 1960ern und 70ern posthum zum Idol der amerikanischen Hippie-Bewegung wurde? „Steppenwolf" und „Siddhartha" wurden Kultbücher: eine Rockband benannte sich nach dem Roman, und Hesse wurde zum meistgelesenen deutschsprachigen Autor des Jahrhunderts.
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