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Molière lernen
12 Fragen · Literatur
Jean-Baptiste Poquelin, 1622 in Paris als Sohn des königlichen Hoftapezierers geboren, soll das einträgliche Amt des Vaters erben und wählt stattdessen den verrufensten Beruf seiner Zeit: das Theater. Als „Molière" gründet der 21-Jährige mit der Schauspielerfamilie Béjart das „Illustre Théâtre", geht prompt bankrott und sitzt kurz im Schuldturm. Es folgen dreizehn Wanderjahre durch die Provinz: die beste Schule für einen Komödianten. 1658 spielt die Truppe vor dem jungen Ludwig XIV., und der Sonnenkönig lacht: Molière bekommt eine Bühne in Paris und später den Saal des Palais Royal; der König wird gar Taufpate seines Sohnes.
Nun entstehen die Komödien, die Molière zum Vater der modernen Komödie machen (Charakterkomödien, die Heuchler, Geizhälse und eingebildete Gestalten aller Art unsterblich lächerlich machen: „Tartuffe", der scheinheilige Frömmler, der sich in eine Familie einschleicht) von frommen Kreisen jahrelang verboten; „Der Geizige" mit Harpagon, der um seine Schatulle jammert; „Der Menschenfeind" Alceste, der an der Verlogenheit der Gesellschaft verzweifelt; „Der Bürger als Edelmann", in dem Monsieur Jourdain entzückt erfährt, dass er zeitlebens Prosa gesprochen hat. Molière schreibt, führt Regie und spielt die Hauptrollen selbst: gegen den Dauerbeschuss von Kirche und beleidigten Ständen schützt ihn nur die Gunst des Königs.
Die Ironie seines Todes ist bitter: 1673 bricht Molière auf der Bühne zusammen: in der Titelrolle des „Eingebildeten Kranken", seiner letzten Komödie über einen Hypochonder. Er stirbt wenige Stunden später; als Schauspieler ohne kirchliches Begräbnisrecht wird er nur still bei Nacht beerdigt.
Wusstest du, dass die Franzosen ihre Sprache bis heute „die Sprache Molières" nennen und die Comédie-Française „das Haus Molières"?
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