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Haruki Murakami lernen
13 Fragen · Literatur
Haruki Murakami, 1949 in Kyōto geboren und in Kōbe aufgewachsen, ist der meistgelesene japanische Autor der Gegenwart und ein herrlich untypischer: Statt in Literatenzirkeln zu verkehren, betreibt der junge Murakami mit seiner Frau Yoko in Tokio die Jazzbar „Peter Cat". Die Erweckung ist datierbar wie bei kaum einem Autor: Beim Baseballspiel 1978, im Moment eines gelungenen Schlags, weiß er plötzlich: „Ich kann einen Roman schreiben." Er schreibt nachts am Küchentisch und gewinnt mit dem Debüt prompt einen Nachwuchspreis.
Der Durchbruch „Naokos Lächeln" (Norwegian Wood, 1987) (benannt nach dem Beatles-Song) verkauft sich in Japan millionenfach und macht ihn so berühmt, dass er vor dem Rummel jahrelang ins Ausland flieht. Sein Markenzeichen wird der Grenzgang zwischen Alltag und Traum: In „Mister Aufziehvogel", „Kafka am Strand" oder dem Mammutwerk „1Q84" sitzen einsame Großstädter bei Spaghetti und Jazz, bis sich ein Riss in der Wirklichkeit öffnet: sprechende Katzen, zwei Monde, Brunnenschächte in andere Welten. Magischer Realismus auf Japanisch, gespeist aus westlicher Popkultur: Seine Prosa, sagt Murakami, verdanke der Musik mehr als der Literatur.
Der Autor lebt wie ein Athlet: Um vier Uhr aufstehen, schreiben, dann laufen: Dutzende Marathons, ein Ultramarathon; darüber schrieb er „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede". Nebenher übersetzt er seine Lieblingsautoren (Fitzgerald, Carver, Salinger) ins Japanische. Bei den Buchmachern gilt er seit Jahren als Dauerfavorit für den Literaturnobelpreis; seine weltweite Fangemeinde wartet bei jeder Bekanntgabe vergeblich mit.
Wusstest du, dass Murakami 2021 in Tokio eine eigene Bibliothek bekam? Die „Haruki Murakami Library" beherbergt neben seinen Werken auch seine riesige Schallplattensammlung: natürlich mit viel Jazz.
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