✍️
George Orwell lernen
13 Fragen · Literatur
George Orwell (bürgerlich Eric Arthur Blair, 1903 im britischen Kolonial-Indien geboren) wollte die politische Schriftstellerei zur Kunst machen: „Gutes Schreiben ist wie eine Fensterscheibe." Der Eton-Absolvent verweigert die Karriere: Erst dient er als Kolonialpolizist in Burma (und ekelt sich zunehmend vor dem Imperialismus), dann taucht er freiwillig ins Elend ab, als Tellerwäscher in Paris, Landstreicher in London. Daraus wird sein erstes Buch „Erledigt in Paris und London" und der Künstlername: Orwell, nach einem Fluss in Suffolk.
1936 geht er in den Spanischen Bürgerkrieg, kämpft auf Seiten der Republik und wird durch einen Halsschuss fast getötet. Prägender noch: Er erlebt, wie die stalinistische Propaganda die eigenen Verbündeten verleumdet. Fortan schreibt Orwell, wie er sagt, „gegen den Totalitarismus und für den demokratischen Sozialismus". Das Ergebnis sind zwei der wirkmächtigsten Bücher des Jahrhunderts: „Farm der Tiere" (1945), die Fabel von der Schweine-Revolution, die ihre eigenen Ideale frisst („Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher"), und „1984" (1949), die Dystopie vom Überwachungsstaat Ozeaniens: Big Brother, Gedankenpolizei, Neusprech, das Wahrheitsministerium, in dem Winston Smith die Vergangenheit umschreibt. Kaum ein Roman hat mehr Begriffe in die politische Sprache gedrückt: „orwellsch" ist heute ein Wort in Dutzenden Sprachen.
„1984" schreibt Orwell todkrank auf der schottischen Hebrideninsel Jura; ein Jahr nach Erscheinen, 1950, stirbt er mit 46 an Tuberkulose.
Wusstest du, dass „Farm der Tiere" zunächst von mehreren Verlagen abgelehnt wurde: unter anderem, weil man den Kriegsverbündeten Stalin nicht verärgern wollte? T. S. Eliot persönlich schrieb eine der Absagen.
Kostenlos üben
In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.