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Selma Lagerlöf lernen
13 Fragen · Literatur
Selma Lagerlöf, 1858 auf dem Gut Mårbacka in der schwedischen Provinz Värmland geboren, wächst mit einer Hüftverletzung auf, die sie zeitweise lähmt, und mit einem Schatz, den Sagen und Spukgeschichten, die Großmutter und Tanten am Kamin erzählen. Als das verschuldete Gut verkauft werden muss, wird sie Lehrerin in Landskrona und schreibt nachts an ihrem Debüt: „Gösta Berling" (1891), die wilde Saga vom abgesetzten Pfarrer und den zwölf Kavalieren auf Ekeby, erzählt im schwebenden Ton der Volkssage. Die Kritik ist zunächst ratlos, dann begeistert: Eine neue, romantische Erzählkunst gegen den grauen Realismus der Zeit.
Ihr berühmtestes Buch beginnt als Schulbuch-Auftrag: Der schwedische Volksschullehrerverband wünscht sich eine anschauliche Landeskunde. Lagerlöf macht daraus Weltliteratur: „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen" (1906/07): der freche Junge, zum Däumling verzaubert, fliegt auf dem Gänserich Martin mit den Wildgänsen um Akka von Kebnekaise durch ganz Schweden. Generationen von Kindern lernen so die Geografie des Landes und ganz nebenbei Mitgefühl.
1909 erhält Lagerlöf als erste Frau den Literaturnobelpreis, 1914 zieht sie als erste Frau in die Schwedische Akademie ein. Mit dem Preisgeld kauft sie ihr geliebtes Mårbacka zurück und führt das Gut als Chefin. Ihre engen Beziehungen zu Sophie Elkan und Valborg Olander offenbaren erst spät freigegebene Briefe. In ihren letzten Jahren half sie Verfolgten des NS-Regimes, etwa der Dichterin Nelly Sachs, deren Rettung nach Schweden sie mit anstieß. Sie starb 1940 auf Mårbacka.
Wusstest du, dass Lagerlöf 1991 als erste Frau auf einem schwedischen Geldschein landete? Auf der 20-Kronen-Note flog Nils Holgersson gleich mit.
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