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Sophokles lernen
12 Fragen · Literatur
Sophokles, um 497 v. Chr. in Kolonos bei Athen geboren, ist der Inbegriff des attischen Tragikers und ein Liebling des Glücks: schön, musikalisch, wohlhabend, hochgeehrt. Als Sechzehnjähriger soll er den Siegesreigen nach der Schlacht von Salamis angeführt haben; später bekleidet er hohe Staatsämter, ist Schatzmeister und Stratege an der Seite des Perikles. Vor allem aber beherrscht er ein halbes Jahrhundert lang die Bühne: Bei den Dionysien, den großen Theaterwettkämpfen Athens, siegt er 18-mal oder öfter: häufiger als jeder andere; schon sein erster Sieg 468 v. Chr. gelingt gegen den großen Aischylos.
Von seinen über 120 Stücken sind nur sieben vollständig erhalten: aber was für welche. „König Ödipus" gilt seit Aristoteles als die Mustertragödie schlechthin: Ödipus jagt dem Mörder des alten Königs nach und entdeckt Schritt für Schritt, dass er selbst es ist: der Mann, der unwissend seinen Vater erschlug und seine Mutter heiratete. Am Ende blendet er sich selbst. „Antigone" stellt die ewige Frage nach Gewissen und Gesetz: Die Heldin bestattet ihren gefallenen Bruder gegen das Verbot des Herrschers Kreon und wählt damit den Tod: ungeschriebenes göttliches Recht gegen Staatsräson. Dazu kommen „Elektra", „Aias", „Philoktet" und die „Trachinierinnen"; der greise Dichter vollendet mit „Ödipus auf Kolonos" ein Alterswerk über seinen Heimatort. Der Theatertechnik schenkt Sophokles den dritten Schauspieler und die Bühnenmalerei.
Er stirbt um 406 v. Chr., hochbetagt um die 90: kurz nach Euripides, dessen Tod er mit seinem Chor noch in Trauerkleidung ehrte.
Wusstest du, dass Sigmund Freud nach Sophokles' Held den „Ödipuskomplex" benannte? Kaum ein antiker Stoff wirkt bis heute so unmittelbar weiter.
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