✍️
Thomas Mann lernen
13 Fragen · Literatur
Thomas Mann, 1875 in Lübeck als Sohn eines Senators und Getreidehändlers geboren, gelingt mit 26 Jahren ein Wurf, von dem andere ein Leben lang träumen: „Buddenbrooks" (1901), der „Verfall einer Familie" über vier Generationen Lübecker Kaufleute: dicht an der eigenen Familiengeschichte, weshalb die Hansestadt zunächst empört war. Fast drei Jahrzehnte später begründet die Schwedische Akademie den Nobelpreis 1929 ausdrücklich („vornehmlich") mit diesem Debüt.
Mann wird zum Repräsentanten der deutschen Literatur schlechthin: diszipliniert wie ein Beamter schreibt er jeden Vormittag. Es entstehen die Novelle „Der Tod in Venedig" (1912), in der der alternde Schriftsteller Gustav von Aschenbach in der Cholera-Stadt seiner Faszination für den schönen Knaben Tadzio erliegt, und „Der Zauberberg" (1924): Der junge Hans Castorp will drei Wochen im Davoser Lungensanatorium zu Besuch bleiben und bleibt sieben Jahre, in denen die europäischen Ideen der Vorkriegszeit auf ihn einreden. Ehefrau Katia, Mutter der sechs Kinder, managt Haus und Werk; die verschwiegene homoerotische Neigung Manns offenbaren erst die postum geöffneten Tagebücher.
1933 kehrt der frisch Ausgebürgerte nicht aus dem Ausland zurück: Exil in der Schweiz, ab 1938 in den USA. Aus Kalifornien spricht er über die BBC „Deutsche Hörer!" gegen Hitler, schreibt die Josephs-Tetralogie und den „Doktor Faustus": die Geschichte des Komponisten Adrian Leverkühn, der wie Deutschland seinen Pakt mit dem Teufel schließt. Er stirbt 1955 in Zürich.
Wusstest du, dass die Literatur bei den Manns Familiensache war? Bruder Heinrich schrieb den „Untertan", die Kinder Erika, Klaus und Golo wurden selbst bedeutende Autoren und das Verhältnis der schreibenden Brüder blieb jahrelang zerrüttet.
Kostenlos üben
In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.