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J. R. R. Tolkien lernen
13 Fragen · Literatur
John Ronald Reuel Tolkien, 1892 im südafrikanischen Bloemfontein geboren und in England aufgewachsen, ist Professor für Altenglisch in Oxford und nebenbei der Erfinder der modernen Fantasy. Der Sprachwissenschaftler, der das Heldenepos „Beowulf" neu deutet, bastelt seit seiner Jugend an erfundenen Sprachen. Weil Sprachen ohne Sprecher tot sind, erfindet er ihnen eine Welt dazu: Mittelerde mit ihren Elben, Zwergen und einer über Jahrtausende ausgearbeiteten Mythologie: Karten, Kalender und Stammbäume inklusive.
Der Anfang ist eine Legende: Beim Korrigieren von Prüfungsarbeiten kritzelt Tolkien auf ein leeres Blatt den Satz „In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit." Daraus wird das Kinderbuch „Der Hobbit" (1937): Bilbo Beutlin zieht mit 13 Zwergen und dem Zauberer Gandalf zum Drachen Smaug und findet unterwegs einen unscheinbaren Ring. Der Verlag will eine Fortsetzung; Tolkien liefert nach zwölf Jahren Arbeit ein Epos: „Der Herr der Ringe" (1954/55). Der freundliche Hobbit Frodo muss den Einen Ring des dunklen Herrschers Sauron im Schicksalsberg vernichten; an seiner Seite Sam, Gandalf, Aragorn und die Gefährten, hinter ihm her das zerrissene Wesen Gollum („mein Schatz"). Das Werk wird (gegen alle Erwartungen des Autors) zum Kultbuch der 60er, zum meistgelesenen Roman des Jahrhunderts und durch Peter Jacksons Verfilmungen erneut zum Weltereignis.
Die Mythologie dahinter, sein Lebenswerk „Das Silmarillion", erscheint erst postum, herausgegeben von Sohn Christopher. Tolkien starb 1973; auf dem Grabstein, den er mit seiner Frau Edith teilt, stehen die Namen seines schönsten Liebespaars: Beren und Lúthien.
Wusstest du, dass Tolkien seine Elbensprachen wie Quenya und Sindarin so weit ausarbeitete, dass man darin Gedichte schreiben kann? Für ihn war die Sprache zuerst da: die Geschichten mussten ihr folgen.
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