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Toni Morrison lernen
14 Fragen · Literatur
Toni Morrison, 1931 als Chloe Ardelia Wofford in der Stahlarbeiterstadt Lorain (Ohio) geboren, wächst mit den Liedern, Geistergeschichten und der Erzählkunst ihrer aus den Südstaaten geflohenen Familie auf. Nach dem Studium an der Howard University wird sie Lektorin bei Random House (als erste Schwarze Frau in dieser Position) und hebt dort die Stimmen anderer Schwarzer Autorinnen und Autoren ins Programm, von Toni Cade Bambara bis zur Autobiografie von Muhammad Ali und Texten Angela Davis'.
Ihren ersten Roman schreibt sie mit fast 40, morgens vor der Arbeit, als alleinerziehende Mutter zweier Söhne: „Sehr blaue Augen" (1970) erzählt von einem Schwarzen Mädchen, das sich blaue Augen wünscht, weil die Welt ihm eingeredet hat, nicht schön zu sein. Mit „Solomons Lied" kommt der Durchbruch, mit „Menschenkind" (Beloved, 1987) das Jahrhundertwerk: Die entflohene Sklavin Sethe wird vom Geist der Tochter heimgesucht, die sie tötete, um sie vor der Sklaverei zu bewahren: nach dem realen Fall der Margaret Garner. Der Roman gewinnt den Pulitzer-Preis; 1993 folgt als Krönung der Literaturnobelpreis: Morrison ist die erste Schwarze Frau, die ihn erhält. Die Akademie rühmt ihre Romane, die „mit visionärer Kraft und poetischer Bedeutung ein essentielles Stück amerikanischer Wirklichkeit lebendig machen".
Morrison schrieb konsequent aus Schwarzer Perspektive („Ich schreibe nicht für den weißen Blick") und machte die Erfahrung der Sklaverei und ihrer Nachwirkungen zum Zentrum der amerikanischen Literatur. Als Professorin in Princeton prägte sie Generationen; 2012 erhielt sie von Barack Obama die Freiheitsmedaille. Sie starb 2019 in New York.
Wusstest du, dass „Menschenkind" den Anstoß gab, weil Morrison als Lektorin historische Dokumente für das „Black Book" sammelte und dabei auf den Zeitungsartikel über Margaret Garner von 1856 stieß?
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