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Victor Hugo lernen
12 Fragen · Literatur
Victor Hugo, 1802 in Besançon als Sohn eines napoleonischen Generals geboren, will schon als Jugendlicher „Chateaubriand oder nichts" werden und wird mehr: das Jahrhundertgestirn der französischen Literatur. Mit dem Skandalerfolg seines Dramas „Hernani" (1830) führt er die Romantik zum Sieg über die klassizistischen Regeln; im Vorwort zu „Cromwell" hatte er zuvor ihr Manifest geschrieben. 1831 folgt der Welterfolg „Der Glöckner von Notre-Dame": Der bucklige Quasimodo, die schöne Esmeralda und der düstere Priester Frollo, und heimliche Hauptfigur ist die Kathedrale selbst, deren Rettung vor dem Verfall Hugos Roman tatsächlich anstieß.
Hugo ist auch politischer Kopf: erst Royalist, dann glühender Republikaner. Als Louis Napoléon sich 1851 zum Kaiser putscht, geht Hugo ins Exil: 19 Jahre, die meisten davon auf den Kanalinseln Jersey und Guernsey, von wo er den „kleinen Napoleon" mit Spottschriften bombardiert. Dort vollendet er 1862 sein Hauptwerk: „Die Elenden" (Les Misérables): die Geschichte des Sträflings Jean Valjean, den ein Bischofs-Silberleuchter zur Güte bekehrt, während ihn Inspektor Javert unerbittlich jagt; dazu Fantine, die kleine Cosette und der Gassenjunge Gavroche auf den Barrikaden. Der Roman wird ein Weltereignis und über 100 Jahre später als Musical erneut ein Welterfolg.
1870 kehrt Hugo als republikanische Legende nach Paris zurück, wird Abgeordneter und Senator und kämpft gegen Todesstrafe und Armut. Als er 1885 stirbt, folgen rund zwei Millionen Menschen dem Trauerzug: bestattet wird er im Panthéon.
Wusstest du, dass Hugo mit seinem Verleger den angeblich kürzesten Briefwechsel der Geschichte führte? Er fragte „?" nach dem Verkauf der „Elenden": die Antwort: „!".
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