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Redewendungen und woher sie kommen lernen

18 Fragen · Allgemeinwissen

Wir benutzen sie täglich und denken nicht darüber nach: dabei ist fast jede Redewendung ein eingefrorenes Stück Alltag aus einer Zeit, die es nicht mehr gibt. Wer „ins Fettnäpfchen tritt“, tritt in ein echtes: In Bauernhäusern stand neben der Tür ein Napf mit Fett zum Einreiben der Stiefel, und wer ihn umstieß, machte den frisch gewischten Boden schmutzig. Das „Blaumachen“ kommt aus der Färberei: Stoff, der mit Indigo gefärbt wurde, musste an der Luft liegen, damit er blau wurde: die Färber hatten in dieser Zeit nichts zu tun. Wer „auf dem Holzweg“ ist, folgt im Wald einer Schneise, die Holzfäller angelegt haben und die im Nichts endet, statt zu einem Ziel zu führen. „Etwas auf die lange Bank schieben“ stammt aus dem Gerichtssaal: Akten, über die nicht sofort entschieden wurde, kamen auf die lange Truhenbank statt auf den Tisch. Und das „Pech haben“ meint tatsächlich das klebrige Baumharz, mit dem man Vögel fing oder Verteidiger ihre Angreifer übergossen. Dieses Paket sammelt zwanzig solcher Wendungen und ihre Herkunft. Wer sie kennt, versteht nicht nur die Sprache besser, sondern hat auch ein paar Geschichten, die sich beim nächsten Abendessen gut erzählen lassen.

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In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Was war das ursprüngliche „Fettnäpfchen“, in das man treten konnte?

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ein Napf mit Stiefelfett

In Bauernhäusern stand er am Eingang, um Lederstiefel wasserdicht einzureiben. Wer ihn umstieß, verteilte Fett auf dem sauberen Boden.

💡 Wusstest du? Die Wendung meint bis heute genau das: keinen Schaden anrichten, aber im ungünstigsten Moment unangenehm auffallen.

Aus welchem Handwerk stammt der Ausdruck „blaumachen“?

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aus der Färberei

Der gefärbte Stoff musste stundenlang an der Luft liegen, damit er durch Sauerstoff blau wurde. Die Färber hatten währenddessen frei.

💡 Wusstest du? Eine zweite Erklärung nennt den „Blauen Montag“, den arbeitsfreien Montag der Handwerksgesellen. Beide Deutungen laufen auf dasselbe hinaus: Nichtstun mit Begründung.

Was ist ein „Holzweg“, auf dem man sich befinden kann?

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ein Waldweg zum Holztransport

Solche Wege enden dort, wo die Bäume gefällt wurden: sie führen zu keinem Ort. Wer ihnen folgt, kommt nirgends an.

💡 Wusstest du? Der Ausdruck ist mindestens 500 Jahre alt und stand schon bei Luther für einen Irrweg im Denken.

Wo stand die „lange Bank“, auf die man Dinge schiebt?

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im Gerichtssaal

Truhenbänke dienten als Aktenlager. Was nicht sofort verhandelt wurde, kam dorthin statt auf den Richtertisch.

💡 Wusstest du? Weil die Truhen lang waren und selten geöffnet wurden, konnte ein Fall darin jahrelang verschwinden; die Redewendung ist also wörtlich gemeint.

Welches Material steckt hinter der Wendung „Pech haben“?

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Baumharz

Auf Leimruten bestrichenes Pech hielt Vögel fest. Wer daran klebte, kam nicht mehr los.

💡 Wusstest du? Belagerte gossen heißes Pech von der Mauer: auch das steckt in der Wendung. In beiden Fällen war Pech etwas, dem man nicht entkam.

Was tut man beim „Daumen drücken“ ursprünglich?

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den Daumen in die Faust einschließen

Der Aberglaube deutete den Daumen als Sitz eines Kobolds; wer ihn festhielt, hinderte ihn am Unheilstiften.

💡 Wusstest du? Im englischsprachigen Raum kreuzt man stattdessen Zeige- und Mittelfinger: dort steht das Kreuz für den Schutz, nicht der gebändigte Daumen.

Aus welcher Sprache stammen die Wörter in „Kohldampf schieben“?

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Rotwelsch

„Kohl“ und „Dampf“ bedeuteten dort beide Hunger; die Verdopplung verstärkt sie nur.

💡 Wusstest du? Mit Gemüse hat die Wendung nichts zu tun. Rotwelsch hat dem Deutschen mehr geliefert, als man denkt: auch „Kaff“, „Kies“ für Geld und „ausbaldowern“.

Was kaufte man früher tatsächlich, wenn man „die Katze im Sack“ kaufte?

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einen vermeintlichen Braten

Auf Märkten wurden Tiere in Säcken verkauft. Betrüger tauschten den wertvollen Braten gegen ein wertloses Tier.

💡 Wusstest du? Daher kommt auch „die Katze aus dem Sack lassen“: Wer den Sack öffnete, konnte den Schwindel nicht länger verbergen.

Woher stammt die Wendung „einen Zahn zulegen“?

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vom Kochen über dem Feuer

Der Kessel hing an einer gezackten Stange. Hängte man ihn einen Zahn tiefer, kam er näher ans Feuer; es ging schneller.

💡 Wusstest du? Die verbreitete Erklärung mit dem Zahnrad im Motor ist jünger und historisch nicht haltbar: Die Wendung ist älter als das Automobil.

Aus welcher Sprache stammt der Glückwunsch „Hals- und Beinbruch“?

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Jiddisch

Der Segenswunsch wurde im Deutschen lautlich umgedeutet zu etwas, das genau das Gegenteil bedeutet.

💡 Wusstest du? Damit ist es kein absichtlicher Aberglaube, sondern ein Hörfehler: der sich als vermeintliche Unglücksbeschwörung bis heute hält.

Was bedeutet es, „aus dem Nähkästchen zu plaudern“?

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Vertrauliches preisgeben

Im Nähkästchen bewahrten Frauen nicht nur Garn auf, sondern auch Briefe und kleine Erinnerungsstücke; es war ein privater Ort.

💡 Wusstest du? Die Wendung hat deshalb keinen negativen Beiklang wie „ausplaudern“: Wer aus dem Nähkästchen plaudert, tut das freiwillig und meist unterhaltsam.

vom Trostpreis bei Wettkämpfen

Foto: kallerna · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Woher kommt die Wendung „Schwein haben“ für unverdientes Glück?

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vom Trostpreis bei Wettkämpfen

Wer verlor, ging nicht leer aus: ein Ferkel war ein durchaus wertvoller Preis.

💡 Wusstest du? Deshalb steckt in der Wendung bis heute der Beiklang: Glück gehabt, ohne es sich verdient zu haben.

Was bedeutet „etwas aus dem Effeff beherrschen“?

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etwas perfekt können

Vermutlich vom doppelten „ff“ in alten Handschriften, das eine Verstärkung markierte: ähnlich wie das musikalische fortissimo.

💡 Wusstest du? Eine zweite Deutung führt es auf juristische Handschriften zurück, in denen „ff“ als Kürzel für die Digesten des römischen Rechts stand: Wer die aus dem ff kannte, war sattelfest.

Was heißt es, jemandem „einen Bärendienst zu erweisen“?

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gut gemeint, aber schädlich helfen

Die Wendung geht auf eine Fabel von La Fontaine zurück: Ein zahmer Bär vertreibt seinem schlafenden Herrn eine Fliege, mit einem Stein.

💡 Wusstest du? Der Bär trifft die Fliege und erschlägt dabei den Menschen. Die Fabel heißt „Der Bär und der Gartenliebhaber“.

Worauf spielt die „Torschlusspanik“ an?

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auf das Schließen der Stadttore

Wer bei Einbruch der Dunkelheit draußen blieb, kam bis zum Morgen nicht mehr hinein und übernachtete ungeschützt vor der Mauer.

💡 Wusstest du? Heute meint das Wort fast nur noch die Sorge, im Leben etwas zu verpassen. Die ursprüngliche Gefahr war deutlich handfester.

Was verlangt jemand, der sagt „Butter bei die Fische“?

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Klartext

Die norddeutsche Wendung kommt vom Essen: Erst wenn die Butter dazukam, war das Fischgericht vollständig.

💡 Wusstest du? Butter war teuer. Wer sie wegließ, sparte auf Kosten des Gastes: die Wendung fordert also, nicht zu knausern und nichts wegzulassen.

Woher stammt „08/15“ für etwas Durchschnittliches?

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von einem Maschinengewehr

Das MG 08/15 war die massenhaft gebaute Standardwaffe; an ihr wurde endlos gedrillt, bis alles eintönig war.

💡 Wusstest du? Weil jeder Soldat sie kannte und ständig damit übte, wurde die Typenbezeichnung zum Wort für „nichts Besonderes“.

Was bedeutet es, wenn jemand „mit allen Wassern gewaschen“ ist?

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sehr erfahren und gewitzt

Die Wendung stammt aus der Seefahrt: Gemeint sind Matrosen, die auf allen Weltmeeren gefahren sind.

💡 Wusstest du? Der Beiklang ist zweischneidig: jemand, der so erfahren ist, weiß auch, wie man Regeln umgeht.

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