PurFact

Frederick Douglass lernen

10 Fragen · Gesellschaft & Alltag

Er kannte seinen eigenen Geburtstag nicht. Frederick Bailey wurde um 1818 in Maryland als Sklave geboren, und Geburtsdaten wurden für Sklavenkinder nicht festgehalten: später wählte er selbst den 14. Februar, weil seine Mutter ihn „my little valentine“ genannt hatte. Sie sah er höchstens ein halbes Dutzend Mal; sie arbeitete auf einer anderen Plantage und kam nachts zu Fuß, um bei ihm zu sitzen, bis sie vor Sonnenaufgang zurückmusste. Den entscheidenden Hinweis für sein Leben bekam er mit acht. Die Frau seines neuen Herrn in Baltimore brachte ihm heimlich die Buchstaben bei, bis ihr Mann es entdeckte und verbot: Lesen mache einen Sklaven unbrauchbar und unglücklich. Douglass verstand die Lektion besser als der Sprecher, wenn Lesen so gefährlich war, dann war es genau das, was er brauchte. Er lernte weiter von weißen Straßenjungen, bezahlt mit Brotstücken. Mit zwanzig floh er, verkleidet als Matrose und mit geliehenen Papieren eines schwarzen Seemanns; die Fahrt nach New York dauerte weniger als vierundzwanzig Stunden. Den Nachnamen Douglass gab er sich danach selbst, nach einer Figur bei Walter Scott. Was folgte, war eine Karriere ohne Vorbild. Er sprach auf Versammlungen der Abolitionisten so gut, dass Gegner behaupteten, dieser Mann sei nie Sklave gewesen: kein Sklave könne so reden. Daraufhin schrieb er 1845 seine Lebensgeschichte auf, mit Namen und Orten, was ihn seinem früheren Besitzer auslieferte. Er ging zwei Jahre nach Britannien und Irland, wo Freunde Geld sammelten und ihn regelrecht freikauften. Zurück in den USA gründete er die Zeitung „The North Star“. Vier Jahre später fragte er in seiner berühmtesten Rede, was einem Sklaven denn der vierte Juli bedeuten solle. Im Bürgerkrieg drängte er Lincoln, schwarze Soldaten zuzulassen, und warb sie dann selbst an; zwei seiner Söhne meldeten sich. Er kämpfte für das Frauenwahlrecht, war 1848 in Seneca Falls der prominenteste männliche Fürsprecher und wurde später als erster Schwarzer für ein hohes Bundesamt bestätigt. Nebenbei ließ er sich so oft fotografieren wie kein anderer Amerikaner seines Jahrhunderts: bewusst, ernst und würdevoll, gegen die Zerrbilder der Zeit.

Kostenlos üben

In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Was verbot der Herr seiner Kindheit ausdrücklich, weil es einen Sklaven „unbrauchbar“ mache?

Lösung zeigen

Das Lesen

Die Frau des Hauses hatte heimlich damit angefangen, ihm die Buchstaben beizubringen.

💡 Wusstest du? Douglass zog daraus den Schluss seines Lebens: Wenn Bildung den Besitzer so beunruhigte, war sie der Weg hinaus. Er lernte weiter: bei weißen Straßenjungen, bezahlt mit Brot.

Als was verkleidet gelang Douglass 1838 die Flucht in den Norden?

Lösung zeigen

Als Matrose

Er trug geliehene Papiere eines freien schwarzen Seemanns und fuhr mit Zug und Dampfschiff nach New York.

💡 Wusstest du? Die ganze Flucht dauerte weniger als vierundzwanzig Stunden und hing an einem Schaffner, der die Papiere nur flüchtig ansah.

Womit widerlegte Douglass 1845 den Vorwurf, er sei nie Sklave gewesen?

Lösung zeigen

Mit seiner Autobiografie

Er nannte darin Namen und Orte und machte sich damit für seinen früheren Besitzer auffindbar.

💡 Wusstest du? Das Buch verkaufte sich in fünf Jahren 30.000 Mal. Douglass verließ danach vorsichtshalber zwei Jahre lang das Land.

Wie wurde Douglass rechtlich endgültig frei?

Lösung zeigen

Freunde kauften ihn frei

Rund 700 Dollar gingen an seinen früheren Besitzer, für Douglass eine bittere Rechnung, aber sie machte ihn unangreifbar.

💡 Wusstest du? Manche Abolitionisten warfen ihm vor, damit das Eigentumsrecht an Menschen anzuerkennen. Douglass antwortete, er ziehe die Freiheit dem Prinzip vor.

Wie hieß die Zeitung, die Douglass 1847 gründete?

Lösung zeigen

The North Star

Der Name war Programm: Flüchtende orientierten sich nachts am Polarstern, um den Norden zu finden.

💡 Wusstest du? Im Kopf der Zeitung stand: „Recht kennt kein Geschlecht, Wahrheit keine Hautfarbe.“

Welchen Feiertag stellte Douglass 1852 in seiner berühmtesten Rede infrage?

Lösung zeigen

Den 4. Juli

Er fragte, was ein Fest der Freiheit einem Menschen bedeuten solle, der selbst keine hat.

💡 Wusstest du? Er hielt die Rede bewusst am 5. Juli, nicht am 4.: der Tag danach war Teil der Aussage.

Wozu drängte Douglass Präsident Lincoln im Bürgerkrieg?

Lösung zeigen

Schwarze Soldaten zuzulassen

Rund 200.000 Schwarze dienten am Ende; zwei von Douglass' Söhnen meldeten sich freiwillig.

💡 Wusstest du? Er beschwerte sich bei Lincoln persönlich über den geringeren Sold für schwarze Soldaten und wurde empfangen wie ein Staatsmann.

Für welches weitere Recht setzte sich Douglass 1848 in Seneca Falls ein?

Lösung zeigen

Für das Frauenwahlrecht

Er war der prominenteste männliche Fürsprecher auf der ersten Frauenrechtsversammlung der USA.

💡 Wusstest du? Er starb 1895 an dem Tag, an dem er von einer Frauenrechtsversammlung nach Hause gekommen war.

Wovon ließ Douglass mehr anfertigen als jeder andere Amerikaner seines Jahrhunderts?

Lösung zeigen

Fotografien von sich

Über 160 verschiedene Aufnahmen sind erhalten: mehr als von Lincoln.

💡 Wusstest du? Das war Absicht: Gegen die Zerrbilder in Zeitungen und auf Bühnen setzte er ein ernstes, würdevolles Gesicht. Er lächelte auf keinem einzigen Bild.

Frederick Douglass

Foto: Unknown author · Public domain · Wikimedia Commons

Wer ist hier zu sehen?

Lösung zeigen

Frederick Douglass

So lernst du mit PurFact

Kostenlos üben

Mehr aus diesem Bereich

Gesellschaft & Alltag: alle Themen →