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Große Denker lernen
11 Fragen · Philosophie
Im Jahr 399 v. Chr. stand in Athen ein alter Mann vor Gericht, der nie ein Buch geschrieben hatte. Sokrates hatte seine Mitbürger so lange mit Fragen bedrängt, bis ihr vermeintliches Wissen in sich zusammenfiel: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ wird ihm bis heute zugeschrieben. Die Anklage lautete auf Gottlosigkeit und Verführung der Jugend; Sokrates trank den Schierlingsbecher, obwohl ihm die Flucht offenstand. Dass wir davon wissen, verdanken wir seinem Schüler Platon, der seine Philosophie in Dialogen niederschrieb, das Höhlengleichnis erdachte und in Athen die Akademie gründete. Deren berühmtester Schüler wiederum war Aristoteles, der Grundlagen für Logik, Biologie, Ethik und Politik legte und Alexander den Großen unterrichtete.
Demselben Alexander soll Diogenes, der besitzlose Kyniker aus der Tonne, auf das Angebot eines freien Wunsches nur geantwortet haben: „Geh mir aus der Sonne.“ Weit im Osten lehrte zur selben Epoche Konfuzius Respekt, Bildung und gesellschaftliche Harmonie: seine Sprüche sammelten erst seine Schüler in den „Gesprächen“.
Zwei Jahrtausende später suchte René Descartes einen Ausgangspunkt, an dem sich nicht zweifeln lässt, und fand ihn im eigenen Denken: „Ich denke, also bin ich.“ Immanuel Kant verließ Königsberg kaum und formulierte dort den kategorischen Imperativ. Karl Marx schrieb mit Engels das Kommunistische Manifest, Friedrich Nietzsche ließ in „Also sprach Zarathustra“ alte Werte wanken, und Jean-Paul Sartre erklärte, dass der Mensch sich durch seine Entscheidungen selbst erschafft, den Literaturnobelpreis lehnte er 1964 ab.
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