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Astrid Lindgren lernen
10 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Astrid Lindgren wächst als Astrid Ericsson auf einem Bauernhof im südschwedischen Vimmerby auf: eine Kindheit voller Freiheit, Spiel und Natur, die später in fast all ihren Büchern nachklingt. Mit 18 wird sie ungeplant schwanger und geht als unverheiratete Mutter allein nach Stockholm, wo sie sich als Sekretärin durchschlägt. Es sind harte Jahre, die die spätere Kinderbuchautorin ihr Leben lang für Kinder in schwierigen Verhältnissen empfindsam machen.
Die berühmteste Figur der Weltliteratur verdankt ihre Existenz einer Erkältung: Als Astrids Tochter Karin krank im Bett liegt, verlangt sie eine Geschichte über „Pippi Langstrumpf"; einen Namen, den das Mädchen sich spontan ausgedacht hat. Astrid erfindet dazu ein Mädchen, das übermenschlich stark ist, allein lebt, keinem Erwachsenen gehorcht und trotzdem gut ist. 1945 erscheint das Buch und wird ein Welterfolg: auch wenn manche Erziehungsexperten das anarchische Kind zunächst für einen schlechten Einfluss halten.
Aus der Sekretärin wird eine der meistübersetzten Autorinnen der Welt: Michel aus Lönneberga, die Kinder von Bullerbü, Ronja Räubertochter, Karlsson vom Dach, die Brüder Löwenherz; ihre Geschichten sind in über hundert Sprachen erschienen und in Millionenauflagen verkauft. Über Jahrzehnte arbeitet sie zudem als Verlagslektorin.
Lindgren nutzte ihren Ruhm auch politisch: 1976 half eine satirische Steuergeschichte, eine schwedische Regierung ins Wanken zu bringen, und ihr jahrelanger Einsatz führte 1988 zum weltweit ersten Tierschutzgesetz, das man „Lex Astrid" nannte. Als sie 2002 mit 94 Jahren starb, trauerte ein ganzes Land. Bis heute erinnert der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis, einer der höchstdotierten Literaturpreise der Welt, an die Frau, die Kindern eine Stimme gab.
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