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Clara Schumann lernen
10 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Clara Wieck wird 1819 in Leipzig geboren und von ihrem ehrgeizigen Vater Friedrich, einem strengen Klavierpädagogen, systematisch zur Ausnahmepianistin geformt. Schon mit neun Jahren tritt sie öffentlich auf, mit elf geht sie auf Konzertreise. Als Wunderkind bestaunt, entwickelt sie sich zu einer der größten Klaviervirtuosinnen des 19. Jahrhunderts: gefeiert in ganz Europa, von Wien bis Sankt Petersburg.
In ihr Elternhaus kommt ein junger Klavierschüler ihres Vaters: Robert Schumann. Aus der Bekanntschaft wird Liebe: doch Vater Wieck ist strikt dagegen und bekämpft die Verbindung mit allen Mitteln. Erst nach einem zermürbenden Prozess dürfen Clara und Robert 1840 heiraten. Es wird eine der berühmtesten Künstlerehen der Musikgeschichte, geprägt von tiefer Zuneigung, gemeinsamer Arbeit und dem ständigen Spannungsfeld zwischen ihren Karrieren und acht Kindern.
Clara komponiert selbst: Klavierwerke, Lieder und ein Klavierkonzert. Doch sie zweifelt an sich; „eine Frau darf nicht komponieren", notiert sie einmal resigniert, ein Echo der Vorurteile ihrer Zeit. Zeitlebens bleibt das Konzertieren ihr Zentrum: auch weil sie mit ihren Auftritten die große Familie ernähren muss, besonders nachdem Robert erkrankt.
Nach Roberts frühem Tod 1856 konzertiert Clara noch vier Jahrzehnte weiter und wird zur prägenden Interpretin und Klavierlehrerin ihrer Epoche. Eng verbunden ist sie mit dem jungen Johannes Brahms, der ihr ein Leben lang treuer Freund bleibt. Clara Schumann stirbt 1896 als eine der angesehensten Musikerpersönlichkeiten Europas: lange als „Frau von" gelesen, heute als eigenständige Künstlerin neu gewürdigt.
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