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Emilie Schindler lernen
11 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Emilie Schindler wird 1907 in einem deutschsprachigen Dorf in Mähren geboren, im heutigen Tschechien. 1928 heiratet sie den lebenslustigen, umtriebigen Geschäftsmann Oskar Schindler. Es wird keine leichte Ehe: doch in den dunkelsten Jahren des 20. Jahrhunderts werden die beiden gemeinsam zu Rettern.
Während des Zweiten Weltkriegs betreibt Oskar Schindler im besetzten Polen eine Fabrik, in der er jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beschäftigt und sie damit vor der Deportation in die Vernichtungslager bewahrt. Was der berühmte Film „Schindlers Liste" vor allem als Oskars Werk erzählt, war in Wahrheit eine gemeinsame Leistung: Emilie arbeitet oft im Hintergrund, aber unermüdlich. Sie besorgt auf dem Schwarzmarkt Lebensmittel und Medikamente für die geschwächten Arbeiter, pflegt Kranke und riskiert dabei selbst ihr Leben.
Besonders dramatisch ist eine Episode gegen Kriegsende: Ein Zug mit erfrorenen und todkranken jüdischen Häftlingen erreicht die Fabrik. Emilie kümmert sich um die Menschen, versorgt sie und rettet vielen das Leben. Insgesamt überleben rund 1.200 Jüdinnen und Juden dank des Ehepaars Schindler den Holocaust.
Nach dem Krieg wandern die Schindlers nach Argentinien aus, wo sich Oskar später von Emilie trennt. Sie lebt jahrzehntelang in bescheidenen Verhältnissen, lange im Schatten ihres berühmteren Mannes. Erst spät wird ihr eigener Anteil an der Rettung gewürdigt; Israel ehrt beide als „Gerechte unter den Völkern". Emilie Schindler stirbt 2001, als eine Frau, deren stiller Mut vielen Menschen das Leben rettete.
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