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Hatschepsut lernen
10 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Rund 1.500 Jahre vor Kleopatra regiert im alten Ägypten eine andere außergewöhnliche Frau: Hatschepsut, im 15. Jahrhundert v. Chr. Als Tochter eines Pharaos und Frau ihres Halbbruders wird sie nach dessen Tod eigentlich nur Regentin für ihren noch minderjährigen Stiefsohn Thutmosis III. Doch Hatschepsut greift nach der vollen Macht und lässt sich selbst zum Pharao krönen: ein für eine Frau höchst ungewöhnlicher Schritt.
Um ihre Herrschaft zu legitimieren, greift sie zu bemerkenswerten Mitteln: In Statuen und Reliefs lässt sie sich mit den Insignien eines männlichen Pharaos darstellen, samt dem zeremoniellen Königsbart. Sie inszeniert sich als von den Göttern erwählt und schreibt sich sogar eine göttliche Zeugung zu. Kein bloßer Titelspuk, sondern kluge Machtpolitik.
Ihre über zwanzigjährige Regierungszeit gilt als eine Blüte Ägyptens: geprägt von Frieden und Wohlstand statt von Kriegen. Sie lässt prächtige Bauwerke errichten, allen voran ihren berühmten Totentempel in Deir el-Bahari, ein Meisterwerk altägyptischer Architektur. Und sie schickt eine berühmte Handelsexpedition in das ferne Land Punt, von wo Weihrauch, Gold und exotische Waren nach Ägypten gelangen.
Nach Hatschepsuts Tod versucht man, ihr Andenken auszulöschen: Ihr Nachfolger Thutmosis III. lässt viele ihrer Bildnisse und Inschriften zerstören, sodass sie über Jahrtausende fast in Vergessenheit gerät. Erst moderne Archäologen entdecken ihre Geschichte wieder. Heute gilt Hatschepsut als eine der mächtigsten und erfolgreichsten Herrscherinnen der Antike.
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