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Josephine Baker lernen
10 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Josephine Baker wird 1906 in bitterer Armut in St. Louis, Missouri, geboren. In den rassistisch gespaltenen USA hat eine schwarze Frau kaum Chancen; als Kind putzt sie Häuser, früh steht sie als Tänzerin auf kleinen Bühnen. 1925 wagt sie den Sprung nach Paris und die Stadt liegt ihr über Nacht zu Füßen. In der Revue „La Revue Nègre" tanzt sie mit unbändiger Energie und wird zum gefeierten Star des Paris der 1920er-Jahre.
Baker wird zur ersten weltberühmten schwarzen Unterhaltungskünstlerin. Ihr „Bananenröckchen" wird legendär, ihr Charme und Humor erobern ganz Europa. In Frankreich findet sie die Freiheit und Anerkennung, die ihr die USA verweigern; sie wird französische Staatsbürgerin und bleibt ihrer Wahlheimat zeitlebens tief verbunden.
Im Zweiten Weltkrieg zeigt Baker außergewöhnlichen Mut: Sie arbeitet für die französische Résistance und den Geheimdienst, schmuggelt geheime Nachrichten (teils in Notenblättern versteckt) und nutzt ihre Berühmtheit als Tarnung. Für ihren Einsatz wird sie später mit hohen französischen Orden ausgezeichnet.
Nach dem Krieg engagiert sie sich vehement gegen Rassismus. Sie tritt nur vor gemischtem Publikum auf und spricht 1963 beim historischen „Marsch auf Washington" an der Seite von Martin Luther King. Sie adoptiert zwölf Kinder unterschiedlicher Herkunft, ihre „Regenbogenfamilie", als gelebtes Zeichen für Völkerverständigung. 2021 wird Josephine Baker als erste schwarze Frau ins Pariser Panthéon aufgenommen: Frankreichs höchste Ehrung für seine großen Persönlichkeiten.
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