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Käthe Kollwitz lernen
10 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Käthe Kollwitz wird 1867 in Königsberg geboren und darf (ungewöhnlich für die Zeit) eine künstlerische Ausbildung machen, weil Frauen die staatlichen Akademien noch verschlossen sind und private Malschulen der einzige Weg. Sie heiratet den Armenarzt Karl Kollwitz und zieht mit ihm in einen Berliner Arbeiterbezirk. Was sie dort täglich sieht (Hunger, Krankheit, Not), wird zum Herzschlag ihrer Kunst: Sie stellt nicht Schönheit dar, sondern das Leben der einfachen, leidenden Menschen.
Statt farbiger Gemälde wählt sie das Schwarz-Weiß der Grafik: Radierungen, Lithografien, Holzschnitte und später die Bildhauerei. Ihre frühen Zyklen „Ein Weberaufstand" und „Bauernkrieg" machen sie berühmt; für den Weberaufstand sollte sie eine Goldmedaille erhalten, doch Kaiser Wilhelm II. verweigerte sie einer Frau, die solch „Rinnstein"-Themen wählte.
Dann trifft der Krieg ihr eigenes Leben ins Mark: 1914 fällt ihr jüngerer Sohn Peter schon in den ersten Wochen des Ersten Weltkriegs. Der Verlust prägt fortan ihr ganzes Werk. Über Jahre arbeitet sie an einem Mahnmal für die gefallenen Soldaten, das als Skulpturenpaar „Die trauernden Eltern" auf einem Soldatenfriedhof in Flandern steht. Trauernde Mütter, schützende Hände, Pietà-Motive kehren immer wieder.
1919 wird sie als erste Frau überhaupt in die Preußische Akademie der Künste berufen. Doch 1933 zwingen die Nationalsozialisten sie zum Austritt und belegen sie mit Ausstellungsverbot. Ihre kleine Plastik einer Mutter, die ihr Kind umfängt, fasst ihr Lebensthema zusammen. Käthe Kollwitz stirbt 1945, kurz vor Kriegsende, als eine Künstlerin, die dem Leid der Namenlosen ein unvergessliches Gesicht gab.
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