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Katherine Johnson lernen
10 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Katherine Johnson, 1918 im ländlichen West Virginia geboren, ist ein Rechenwunder: Mit zehn Jahren besucht sie schon die Highschool, mit 18 hat sie ihr College mit Bestnoten in Mathematik abgeschlossen. Doch als schwarze Frau im segregierten Amerika der 1930er-Jahre stehen ihr die meisten Türen verschlossen; sie wird zunächst Lehrerin, weil eine Wissenschaftskarriere schlicht nicht vorgesehen ist.
1953 kommt die Wende: Sie wird bei der NACA (der Vorläuferbehörde der NASA) als „menschlicher Computer" eingestellt, in einer nach Hautfarbe getrennten Abteilung, in der schwarze Mathematikerinnen die Berechnungen der Ingenieure prüfen. Katherine fällt durch Präzision und Fragen auf, drängt sich in Besprechungen, die eigentlich Männern vorbehalten sind, und rechnet sich unentbehrlich. Als 1961 Alan Shepard als erster Amerikaner ins All fliegt, stammt die Bahnberechnung von ihr.
Ihr berühmtester Moment kommt 1962: John Glenn soll als erster Amerikaner die Erde umkreisen, die Flugbahn wird erstmals von elektronischen Rechnern bestimmt: doch Glenn traut den Maschinen nicht. „Holt das Mädchen, das die Zahlen prüft", soll er verlangt haben; wenn Katherine Johnson die Computerwerte bestätige, sei er startbereit. Sie rechnet die Bahn von Hand nach und Glenn fliegt. Später trägt sie auch zu den Berechnungen der Apollo-Mondlandung und des Space Shuttles bei.
Jahrzehntelang blieb ihr Beitrag der Öffentlichkeit unbekannt. Erst spät wurde sie geehrt: 2015 verlieh ihr Präsident Obama die Freiheitsmedaille, und 2016 machte der Film „Hidden Figures" ihre Geschichte und die ihrer Kolleginnen weltberühmt. Katherine Johnson starb 2020 im Alter von 101 Jahren, als eine Frau, deren Zahlen Menschen ins All und wieder sicher nach Hause brachten.
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