PurFact

Lise Meitner lernen

10 Fragen · Gesellschaft & Alltag

Lise Meitner kommt 1878 in Wien zur Welt, zu einer Zeit, in der Mädchen der höhere Schulbesuch verwehrt ist. Sie büffelt privat, holt das Abitur nach und wird eine der ersten Frauen, die an der Universität Wien in Physik promovieren. 1907 geht sie nach Berlin, wo der Chemiker Otto Hahn ihr Forschungspartner wird: doch als Frau darf sie das Institut anfangs nur durch den Hintereingang betreten und muss im Keller arbeiten. Über drei Jahrzehnte erforschen Meitner und Hahn gemeinsam die Radioaktivität; 1918 entdecken sie das Element Protactinium. 1938 zerreißt die Geschichte ihr Leben: Als Jüdin muss Meitner vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen und findet in Schweden eine karge Zuflucht. Ausgerechnet in diesem Moment stoßen Hahn und sein Mitarbeiter Fritz Straßmann in Berlin auf ein rätselhaftes Ergebnis: Beim Beschuss von Uran mit Neutronen entsteht plötzlich das viel leichtere Element Barium. Hahn, verwirrt, schreibt seiner alten Kollegin. Bei einem Winterspaziergang im schwedischen Schnee liefert Meitner mit ihrem Neffen Otto Frisch die Erklärung: Der Urankern ist zerbrochen, wie ein Wassertropfen, der sich teilt. Sie berechnet die dabei frei werdende Energie und prägt für den Vorgang den Begriff „Kernspaltung" (nuclear fission). Damit hatte sie das theoretische Fundament für Atomenergie und Atombombe geliefert: an deren militärischer Nutzung sie sich jedoch später bewusst nicht beteiligte. 1944 erhält Otto Hahn allein den Chemie-Nobelpreis für die Entdeckung der Kernspaltung: Meitners entscheidender Anteil bleibt unerwähnt. Es gilt als eine der berühmtesten Fehlentscheidungen der Nobelgeschichte. Späte Anerkennung fand sie dennoch: Das schwere Element 109 trägt heute ihr zu Ehren den Namen Meitnerium; sie ist damit eine der ganz wenigen Frauen, nach denen ein chemisches Element benannt ist.

Kostenlos üben

In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Welchen physikalischen Vorgang erklärte Lise Meitner theoretisch?

Lösung zeigen

Kernspaltung

Sie deutete, dass der Urankern beim Neutronenbeschuss in zwei leichtere Kerne zerbricht.

💡 Wusstest du? Meitner erklärte als Erste theoretisch, was in Hahns Experiment geschehen war: Der Atomkern war tatsächlich gespalten worden.

Welchen Fachbegriff prägten Meitner und ihr Neffe Otto Frisch?

Lösung zeigen

Kernspaltung (nuclear fission)

Meitner und ihr Neffe Otto Frisch gaben dem Vorgang den Namen „Kernspaltung“ (englisch „nuclear fission“).

💡 Wusstest du? Sie verglichen den zerfallenden Kern mit einem Wassertropfen, der sich in zwei Teile teilt.

Mit welchem Chemiker forschte Meitner jahrzehntelang zusammen?

Lösung zeigen

Otto Hahn

Ihre Zusammenarbeit in Berlin dauerte über 30 Jahre.

💡 Wusstest du? Über 30 Jahre forschten Meitner und Otto Hahn zusammen: anfangs durfte sie als Frau nur im Kellerlabor arbeiten.

Was gilt als große Ungerechtigkeit in Meitners Laufbahn?

Lösung zeigen

Hahn bekam den Nobelpreis allein

Es gilt als eine der bekanntesten Fehlentscheidungen in der Geschichte des Nobelpreises.

💡 Wusstest du? 1944 erhielt allein Hahn den Nobelpreis für die Kernspaltung: dass Meitner übergangen wurde, gilt als eine der größten Ungerechtigkeiten der Wissenschaftsgeschichte.

Warum musste Meitner 1938 aus Deutschland fliehen?

Lösung zeigen

Verfolgung als Jüdin (NS-Zeit)

Sie fand in Schweden Zuflucht, von wo aus sie die Kernspaltung mitdeutete.

💡 Wusstest du? Als Jüdin musste Meitner 1938 unter dramatischen Umständen aus Nazi-Deutschland fliehen, mit nur wenigen Habseligkeiten.

Mit wem lieferte Meitner die theoretische Erklärung der Kernspaltung?

Lösung zeigen

Otto Frisch

Gemeinsam mit ihrem Neffen Otto Frisch lieferte Meitner im schwedischen Exil die entscheidende physikalische Deutung der Kernspaltung.

💡 Wusstest du? Die entscheidende Idee kam ihnen bei einem gemeinsamen Winterspaziergang im schwedischen Schnee.

Welches chemische Element entdeckten Meitner und Hahn 1918?

Lösung zeigen

Protactinium

Ein radioaktives Element mit der Ordnungszahl 91.

💡 Wusstest du? Schon 1918 hatten Meitner und Hahn gemeinsam das chemische Element Protactinium entdeckt.

Welches chemische Element ist nach der Physikerin benannt, die die Kernspaltung erklärte?

Lösung zeigen

Meitnerium (Element 109)

Zu ihren Ehren ist das künstliche Element 109 „Meitnerium“ benannt: eine seltene Ehre für eine Wissenschaftlerin.

💡 Wusstest du? Sie ist eine der ganz wenigen Frauen, nach denen ein Element benannt wurde: neben Marie Curie (Curium).

Wie stand Meitner zur militärischen Nutzung der Kernspaltung?

Lösung zeigen

lehnte die Atombombe ab

Ein Angebot, am US-Atombombenprojekt (Manhattan-Projekt) mitzuarbeiten, schlug sie aus.

💡 Wusstest du? Meitner lehnte eine Mitarbeit an der Atombombe strikt ab: „Ich will nichts mit einer Bombe zu tun haben.“

Lise Meitner

Foto: Harris & Ewing · Public domain · Wikimedia Commons

Welche Kernphysikerin ist hier zu sehen?

Lösung zeigen

Lise Meitner

Lise Meitner (1878 bis 1968) war eine österreichisch-schwedische Kernphysikerin, die die Kernspaltung als Erste theoretisch erklärte.

💡 Wusstest du? Man nannte Meitner „die deutsche Marie Curie“: dennoch ging der Nobelpreis für ihre Entdeckung allein an ihren Kollegen Otto Hahn.

So lernst du mit PurFact

Kostenlos üben

Mehr aus diesem Bereich

Gesellschaft & Alltag: alle Themen →