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Malika Oufkir lernen
10 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Malika Oufkir wird 1953 in Marokko als Tochter eines mächtigen Generals geboren. Als kleines Mädchen wird sie an den Königshof geholt und wächst wie eine Adoptivtochter des Königs an der Seite der Prinzessin auf: umgeben von Luxus, aber fern der eigenen Familie. Ihre Kindheit gleicht einem goldenen Käfig.
1972 stürzt ein einziges Ereignis ihr Leben ins Unglück: Ihr Vater ist an einem gescheiterten Putschversuch gegen König Hassan II. beteiligt und stirbt noch am selben Abend, offiziell durch Suizid, obwohl sein Körper mehrere Schusswunden trägt. Zur Strafe lässt der König die gesamte Familie Oufkir verschwinden: Malika, ihre Mutter und ihre Geschwister, darunter kleine Kinder. Ohne Anklage, ohne Urteil werden sie an geheime Orte verschleppt und über viele Jahre in Wüstengefängnissen unter erbärmlichen Bedingungen festgehalten.
Zwei Jahrzehnte verbringt Malika Oufkir in Gefangenschaft. Doch die Familie gibt nicht auf. 1987 gelingt ihnen mit bloßen Händen ein spektakulärer Ausbruch: Über Monate graben sie mit Löffeln und Fingernägeln einen Tunnel und fliehen. Zwar werden sie bald wieder gefasst, doch nun ist ihr Schicksal nicht mehr geheim zu halten: internationaler Druck sorgt schließlich für ihre endgültige Freilassung Anfang der 1990er Jahre.
Malika Oufkir verarbeitet ihre 20 Jahre Haft in dem Buch „Die Gefangene", das weltweit zum Bestseller wird. Aus dem stummen Opfer wird eine Stimme gegen das Unrecht: Ihre Geschichte macht das Schicksal der „Verschwundenen" unter der Diktatur bekannt und steht bis heute für den Überlebenswillen unter unmenschlichen Bedingungen.
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