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Maria Callas lernen
10 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Maria Callas kommt 1923 als Tochter griechischer Einwanderer in New York zur Welt. Die Kindheit ist unglücklich: Eine ehrgeizige Mutter drängt das pummelige, kurzsichtige Mädchen früh auf die Bühne. Als Teenager kehrt sie mit der Mutter nach Griechenland zurück und studiert am Athener Konservatorium Gesang. Dort formt sich jene außergewöhnliche Stimme, die einmal die Opernwelt umkrempeln wird.
Callas wird zur „Primadonna assoluta" des 20. Jahrhunderts: doch nicht nur wegen ihrer Stimme. Sie verbindet Gesang mit intensivem Schauspiel und macht die Frauen der Oper wieder zu glaubwürdigen, leidenden Menschen. Ihre Domäne ist das „Bel canto", das lange als verstaubt galt: Werke von Bellini, Donizetti und Rossini erweckt sie zu neuem Leben. Rollen wie Norma, Tosca oder Violetta in „La Traviata" werden untrennbar mit ihrem Namen verbunden.
Ebenso berühmt wie ihre Kunst ist ihr Leben abseits der Bühne. Eine spektakuläre Gewichtsabnahme verwandelt sie in eine schlanke, elegante Diva und rückt sie ins Zentrum der Klatschpresse. Ihre leidenschaftliche, tragische Beziehung zum griechischen Reeder Aristoteles Onassis füllt jahrelang die Titelseiten; als er stattdessen Jacqueline Kennedy heiratet, ist das für sie ein tiefer Bruch.
Der intensive Einsatz fordert seinen Preis: Callas' Stimme verschleißt früh; 1965 steht sie als Tosca in London zum letzten Mal auf einer Opernbühne. Zurückgezogen lebt sie ihre letzten Jahre in Paris, wo sie 1977 mit nur 53 Jahren stirbt. Doch ihre Aufnahmen gelten bis heute als Maßstab, und ihr Name steht wie kein zweiter für die dramatische Kraft der Oper.
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