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Rosalind Franklin lernen
10 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Rosalind Franklin, 1920 in eine wohlhabende Londoner Familie geboren, weiß schon als Teenager, dass sie Wissenschaftlerin werden will. Sie studiert Chemie in Cambridge und wird Expertin für eine anspruchsvolle Technik: die Röntgenstrukturanalyse, bei der man mit Röntgenstrahlen die Anordnung von Atomen in Kristallen sichtbar macht. In Paris verfeinert sie diese Kunst an Kohlestrukturen, bevor sie 1951 ans King's College London wechselt, um dort die Struktur der DNA zu erforschen: jenes Moleküls, das die Erbinformation trägt.
Mit außerordentlicher Präzision gelingt ihr eine Röntgenaufnahme von verblüffender Klarheit: die berühmte „Photo 51". Das kreuzförmige Beugungsmuster ist der entscheidende Fingerabdruck einer Spiralstruktur. Doch das Arbeitsklima am King's College ist vergiftet: Mit ihrem Kollegen Maurice Wilkins verbindet sie tiefes Misstrauen, und als Frau ist sie sogar vom Speiseraum der Dozenten ausgeschlossen.
Ohne ihr Wissen zeigt Wilkins die Photo 51 den Cambridger Forschern James Watson und Francis Crick. Zusammen mit Franklins unveröffentlichten Messdaten liefert die Aufnahme ihnen den fehlenden Baustein: 1953 präsentieren sie das Modell der DNA-Doppelhelix und Franklins entscheidender Beitrag erscheint nur als beiläufige Fußnote. 1962 erhalten Watson, Crick und Wilkins dafür den Nobelpreis.
Rosalind Franklin erlebt diese Ehrung nicht mehr: Sie stirbt bereits 1958 mit nur 37 Jahren an Eierstockkrebs: möglicherweise mitverursacht durch ihre jahrelange Arbeit mit Röntgenstrahlung. Da der Nobelpreis nicht posthum vergeben wird, blieb sie offiziell außen vor. Erst spätere Generationen rückten ihren Anteil zurecht; heute gilt sie als eine der zu Unrecht übergangenen Schlüsselfiguren der modernen Biologie, und Forschungsinstitute und eine Mars-Sonde tragen ihren Namen.
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