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Sojourner Truth lernen

10 Fragen · Gesellschaft & Alltag

Sie kam nicht aus dem Süden, und sie sprach zuerst kein Englisch. Isabella Baumfree wurde um 1797 im Staat New York geboren, in einer Gegend, in der niederländische Siedler das Sagen hatten: Niederländisch war ihre Muttersprache, und den englischen Akzent verlor sie ihr Leben lang nicht. Dass es auch nördlich der Mason-Dixon-Linie Sklaverei gab, wird gern vergessen. New York schaffte sie erst 1827 endgültig ab. Ein Jahr vor diesem Stichtag lief sie weg, mit ihrer jüngsten Tochter auf dem Arm; die anderen Kinder musste sie zurücklassen, weil sie nach dem Gesetz noch Dienstjahre schuldeten. Als sie erfuhr, dass ihr fünfjähriger Sohn Peter widerrechtlich nach Alabama verkauft worden war, tat sie etwas, was vor ihr keine schwarze Frau getan hatte: Sie ging vor Gericht. 1828 gewann sie den Prozess und bekam ihren Sohn zurück: der erste Fall, in dem eine schwarze Frau in den USA einen weißen Mann verklagte und gewann. 1843 hörte sie nach eigener Aussage eine Stimme, die ihr auftrug, durchs Land zu ziehen und zu predigen. Sie legte ihren Namen ab und nannte sich Sojourner Truth: Wanderin und Wahrheit. Sie konnte weder lesen noch schreiben, hatte aber ein Gedächtnis für ganze Bibelkapitel und eine Bühnenpräsenz, gegen die geübte Redner verloren. 1851 sprach sie in Akron, Ohio, vor einer Frauenrechtsversammlung und hielt den Anwesenden vor, dass all die Rede von weiblicher Zartheit für sie noch nie gegolten hatte: sie habe gepflügt, geerntet und dreizehn Kinder verloren. Sie diktierte ihre Lebensgeschichte, finanzierte sich mit deren Verkauf und mit Fotografien von sich, die sie in Serie herstellen ließ. Unter jedes Bild druckte sie den Satz, sie verkaufe den Schatten, um die Substanz zu erhalten. Während des Bürgerkriegs sammelte sie Vorräte für schwarze Regimenter und wurde von Präsident Lincoln empfangen. In Washington fuhr sie so lange demonstrativ in getrennten Straßenbahnen mit, bis die Trennung dort fiel: mehr als hundert Jahre vor Rosa Parks.

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In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Unter welchem Namen wurde Sojourner Truth geboren?

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Isabella Baumfree

Sie legte den Namen 1843 ab, als sie beschloss, als Wanderpredigerin durchs Land zu ziehen.

💡 Wusstest du? „Sojourner“ heißt Wanderin, „Truth“ Wahrheit: sie wollte umherziehen und den Menschen die Wahrheit sagen.

Welche Sprache sprach Sojourner Truth als Kind zuerst?

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Niederländisch

Sie wuchs in einer niederländisch geprägten Gegend im Staat New York auf.

💡 Wusstest du? Ihren Akzent behielt sie lebenslang: was die berühmteste Fassung ihrer Rede im Südstaaten-Dialekt zusätzlich verdächtig macht.

In welchem Bundesstaat wurde Sojourner Truth als Sklavin geboren?

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New York

New York schaffte die Sklaverei erst 1827 endgültig ab.

💡 Wusstest du? Dass es auch in den Nordstaaten Sklaverei gab, wird meist übersehen: Ihr Leben widerlegt die saubere Trennung in freien Norden und unfreien Süden.

Wen holte sich Sojourner Truth 1828 vor Gericht zurück?

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Ihren Sohn

Er war widerrechtlich nach Alabama verkauft worden; sie klagte und bekam ihn zurück.

💡 Wusstest du? Es war das erste Mal, dass eine schwarze Frau in den USA einen weißen Mann verklagte und gewann: 1828, ein Menschenalter vor dem Bürgerkrieg.

Mit welcher Frage ist ihre Rede von 1851 überliefert?

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„Bin ich etwa keine Frau?“

Sie sprach vor einer Frauenrechtsversammlung in Akron, Ohio.

💡 Wusstest du? Die berühmte Fassung stammt erst von 1863 und wurde in einem Südstaaten-Dialekt aufgeschrieben, den Truth nie gesprochen hat: die Bearbeiterin fand ihn wohl wirkungsvoller.

Was konnte Sojourner Truth zeitlebens nicht?

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Lesen und schreiben

Ihre Lebensgeschichte diktierte sie einer Freundin, die sie aufschrieb.

💡 Wusstest du? Sie konnte trotzdem ganze Bibelkapitel auswendig und ließ sich Passagen am liebsten von Kindern vorlesen: Erwachsene, sagte sie, erklärten immer gleich mit.

Womit finanzierte Truth ihre Reisen neben dem Verkauf ihres Buches?

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Mit Fotografien von sich

Sie ließ Porträtkarten in Serie drucken und verkaufte sie nach ihren Auftritten.

💡 Wusstest du? Auf jede Karte ließ sie drucken: „Ich verkaufe den Schatten, um die Substanz zu erhalten.“

Wogegen setzte sich Truth in Washington rund neunzig Jahre vor Rosa Parks durch?

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Gegen getrennte Straßenbahnen

Sie stieg immer wieder demonstrativ ein, ließ sich hinauswerfen und verklagte einen Schaffner, der sie verletzt hatte.

💡 Wusstest du? Sie gewann und die Straßenbahnen Washingtons fuhren fortan gemischt. Das war 1865, neunzig Jahre vor Montgomery.

Sojourner Truth

Foto: Randall Studio · Public domain · Wikimedia Commons

Wer ist hier zu sehen?

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Sojourner Truth

In welchem Jahr wurde Sojourner Truth geboren?

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1797

Geboren: um 1797 in Swartekill, New York

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