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Johann Sebastian Bach lernen
17 Fragen · Musik
Als Johann Sebastian Bach 1685 in Eisenach zur Welt kommt, ist Musik in seiner Familie längst Beruf: Seit Generationen stellen die Bachs in Thüringen Stadtpfeifer, Organisten und Kantoren. Mit zehn Jahren Vollwaise, wächst er beim älteren Bruder auf und übt sich durch Notenabschriften ins Handwerk. Sein Ehrgeiz ist legendär: Als junger Organist in Arnstadt wandert er rund 400 Kilometer zu Fuß nach Lübeck, nur um den berühmten Dietrich Buxtehude an der Orgel zu erleben und bleibt gleich mehrere Monate.
Nach Stationen in Weimar und Köthen wird Bach 1723 Thomaskantor in Leipzig, verantwortlich für die Musik an den Hauptkirchen der Stadt. 27 Jahre lang schreibt er dort Woche für Woche Kantaten, dazu Monumente der Kirchenmusik wie die Matthäuspassion, das Weihnachtsoratorium und die h-Moll-Messe. Auch weltlich hat er längst Maßstäbe gesetzt: Die sechs Brandenburgischen Konzerte, dem Markgrafen von Brandenburg gewidmet, und Das Wohltemperierte Klavier, das durch alle 24 Tonarten führt, gehören bis heute zum Kernbestand der Musik. Sein Markenzeichen ist der Kontrapunkt: die Kunst, mehrere Stimmen kunstvoll zu verweben. In der Fuge brachte er sie zu einer nie wieder erreichten Vollendung.
Privat ist Bach Familienmensch im Großformat: Aus zwei Ehen gehen 20 Kinder hervor, mehrere Söhne wie Carl Philipp Emanuel und Johann Christian werden selbst berühmte Komponisten. Wusstest du, dass seine Werke heute mit „BWV" nummeriert werden: kurz für Bach-Werke-Verzeichnis?
Als Bach 1750 in Leipzig stirbt, gilt sein Stil vielen als altmodisch: sein Todesjahr markiert für die Musikgeschichte das Ende des Barock. Erst als Felix Mendelssohn Bartholdy 1829 die Matthäuspassion wieder aufführt, beginnt die große Bach-Renaissance. Heute nennen viele Musiker ihn schlicht: das Fundament, auf dem alles steht.
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