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Hector Berlioz lernen

13 Fragen · Musik

Hector Berlioz, 1803 in La Côte-Saint-André bei Grenoble geboren, soll wie sein Vater Arzt werden. Doch in Paris flieht der Medizinstudent aus dem Seziersaal in die Oper und wechselt gegen den Willen der Familie ans Konservatorium. Es ist der Beginn einer Karriere voller Kämpfe: Das offizielle Frankreich verweigert dem Radikalen zeitlebens die großen Ämter, viermal muss er zum Rompreis antreten, ehe man ihn ihm 1830 endlich zuspricht. Im selben Jahr schreibt der 26-Jährige das Werk, das die Musikgeschichte umkrempelt: die „Symphonie fantastique". Sie erzählt (fünf Sätze lang, mit wiederkehrender „idée fixe") von der obsessiven Liebe eines jungen Künstlers, von Opiumtraum, Gang zum Schafott und Hexensabbat. Anlass ist Berlioz' reale Besessenheit von der irischen Schauspielerin Harriet Smithson, die er später tatsächlich heiratet: die Ehe verläuft freilich weniger poetisch. Mit diesem Geniestreich wird Berlioz zum Vater der modernen Programmmusik und zum kühnsten Orchestrator seiner Zeit; seine Instrumentationslehre wird zum Standardwerk, von dem noch Richard Strauss und Mahler lernen. Er denkt in Superlativen: Sein „Requiem" verlangt vier Fernorchester aus Blechbläsern, die Oper „Les Troyens" nach Vergils Aeneis dauert über vier Stunden und wird zu seinen Lebzeiten nie vollständig aufgeführt. Weil Paris ihn verschmäht, verdient Berlioz sein Geld als gefürchteter Musikkritiker und feiert als Dirigent Triumphe im Ausland, von London bis Sankt Petersburg, während man ihn zu Hause belächelt. Wusstest du, dass seine Konzertouvertüre „Le Carnaval romain" und die Verdammnis-Legende „La Damnation de Faust" bis heute Repertoire sind? Berlioz stirbt 1869 in Paris, verbittert: die volle Anerkennung seines Werks kam erst im 20. Jahrhundert.

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Alle Fragen mit Lösung

Welcher Epoche gehört Hector Berlioz an?

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Romantik

Er gilt als der große Radikale der französischen Romantik.

💡 Wusstest du? Berlioz war der wildeste Neuerer der französischen Romantik: seine Musik galt vielen Zeitgenossen als schockierend.

Aus welchem Land stammte Berlioz?

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Frankreich

Geboren 1803 in La Côte-Saint-André bei Grenoble.

💡 Wusstest du? Berlioz sollte auf Wunsch seines Vaters Arzt werden: beim Anblick des Seziersaals floh er entsetzt und wandte sich der Musik zu.

Wie heißt Berlioz' revolutionäre Sinfonie von 1830 über eine obsessive Künstlerliebe?

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Symphonie fantastique

Fünf Sätze mit Opiumtraum, Gang zum Schafott und Hexensabbat: geschrieben mit 26 Jahren.

💡 Wusstest du? Nur drei Jahre nach Beethovens Tod schrieb der 26-jährige Berlioz mit der „Symphonie fantastique“ ein Werk von atemberaubender Kühnheit: inklusive eines Höllen-Hexensabbats.

Wie heißt das wiederkehrende Thema, das die Geliebte in der „Symphonie fantastique" verkörpert?

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idée fixe

Das Leitthema kehrt in allen fünf Sätzen wieder: ein Vorläufer von Wagners Leitmotiven.

💡 Wusstest du? Die „idée fixe“ (ein Thema, das die Geliebte verkörpert und die ganze Sinfonie durchzieht) nahm Wagners Leitmotiv-Technik vorweg.

Welche irische Schauspielerin inspirierte die „Symphonie fantastique" (und wurde später Berlioz' Frau)?

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Harriet Smithson

Berlioz sah sie als Ophelia in „Hamlet" und verfiel ihr: die spätere Ehe verlief weniger poetisch.

💡 Wusstest du? Berlioz verliebte sich in die Schauspielerin Harriet Smithson, ohne sie zu kennen: Jahre später heiratete er sie tatsächlich, doch die Ehe scheiterte.

Als Vater welcher musikalischen Gattung gilt Berlioz?

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Programmmusik

Musik, die eine außermusikalische Geschichte erzählt: Liszt und Strauss bauten darauf auf.

💡 Wusstest du? Berlioz gilt als Vater der Programmmusik: Musik, die eine konkrete Geschichte oder Szene erzählt.

Welches Lehrbuch von Berlioz wurde zum Standardwerk für Komponisten?

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die Instrumentationslehre

Der „Grand traité d'instrumentation" (1844): noch Richard Strauss bearbeitete ihn neu.

💡 Wusstest du? Berlioz' Lehrbuch über die Instrumentierung wurde zum Standardwerk: noch Richard Strauss überarbeitete es später.

Welches Studium brach Berlioz für die Musik ab?

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Medizin

Der Arztsohn floh aus dem Pariser Seziersaal in die Oper: gegen den Willen der Familie.

💡 Wusstest du? Den Rompreis musste er viermal anpeilen, ehe er ihn 1830 gewann.

Wie heißt Berlioz' Monumentaloper nach Vergils Aeneis?

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Les Troyens

Über vier Stunden lang: zu Berlioz' Lebzeiten wurde sie nie vollständig aufgeführt.

💡 Wusstest du? Berlioz' gewaltige Oper „Les Troyens“ wurde zu seinen Lebzeiten nie vollständig aufgeführt: ein bitterer Rückschlag.

Was verlangt Berlioz' „Requiem“ zusätzlich zur ohnehin riesigen Besetzung?

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vier Blechbläser-Fernorchester

Sie stehen in den vier Himmelsrichtungen des Saals: beim „Tuba mirum" bricht das Jüngste Gericht los.

💡 Wusstest du? Für sein „Requiem“ verlangte Berlioz neben riesigem Orchester und Chor vier zusätzliche Blechbläsergruppen an den Ecken des Saals, für einen apokalyptischen Klang.

Womit verdiente Berlioz sein Geld, weil Frankreich ihm die großen Musikämter verweigerte?

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als Musikkritiker

Seine gefürchteten Feuilletons sind bis heute glänzend zu lesen; als Dirigent triumphierte er derweil im Ausland.

💡 Wusstest du? Er hasste das Kritikschreiben: es raubte ihm Zeit zum Komponieren.

In welchem Jahr starb Berlioz in Paris?

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1869

Verbittert über die verweigerte Anerkennung: sein Ruhm kam erst im 20. Jahrhundert.

💡 Wusstest du? Berlioz starb verbittert, überzeugt, sein Werk sei gescheitert: heute gilt er als einer der originellsten Komponisten der Romantik.

Hector Berlioz

Foto: Charles Reutlinger · Public domain · Wikimedia Commons

Welcher Komponist ist hier zu sehen?

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Hector Berlioz

Hector Berlioz war ein französischer Komponist der Romantik, dessen „Symphonie fantastique“ die Musik mit ihrer Kühnheit revolutionierte.

💡 Wusstest du? Er begründete die Programmmusik: Musik, die eine konkrete Geschichte erzählt, hier die Fieberträume eines liebeskranken Künstlers.

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