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Joseph Haydn lernen
14 Fragen · Musik
Joseph Haydn, 1732 als Sohn eines Wagners im niederösterreichischen Rohrau geboren, beginnt als Chorknabe am Wiener Stephansdom und schlägt sich nach dem Stimmbruch jahrelang als freier Musiker durch. Sein Glück macht er 1761 im Dienst der ungarischen Fürstenfamilie Esterházy, der er fast drei Jahrzehnte lang als Kapellmeister dient. Auf dem prächtigen, aber abgelegenen Schloss Eszterháza ist er, wie er selbst sagt, „von der Welt abgesondert" und eben deshalb „gezwungen, original zu werden".
Was dabei herauskommt, prägt die Musikgeschichte: Haydn entwickelt Sinfonie und Streichquartett zu ihren klassischen Formen und wird darum „Vater der Sinfonie" genannt. 104 nummerierte Sinfonien schreibt er, oft mit Witz und Überraschungen: In der „Sinfonie mit dem Paukenschlag" reißt ein plötzlicher Knall dösende Zuhörer aus dem Schlaf, in der „Abschiedssinfonie" verlassen die Musiker nach und nach das Podium: ein musikalischer Wink an den Fürsten, dem Orchester endlich Urlaub zu gönnen.
Als alter Herr wird Haydn zum internationalen Star: Zwei Londoner Reisen in den 1790er Jahren bringen ihm Triumphe und die zwölf „Londoner Sinfonien" ein. Zurück in Wien schreibt er seine großen Oratorien „Die Schöpfung" und „Die Jahreszeiten" sowie das „Kaiserlied", dessen Melodie heute die deutsche Nationalhymne ist. Mozart war sein enger Freund und widmete ihm sechs Streichquartette; der junge Beethoven nahm bei ihm Unterricht.
Wusstest du, dass die Wiener Klassik ohne Haydn kaum denkbar wäre? Er stirbt 1809 hochbetagt in Wien, während Napoleons Truppen die Stadt beschießen: der Kaiser der Franzosen lässt ihm zu Ehren eine Ehrenwache aufstellen.
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