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Gustav Mahler lernen
14 Fragen · Musik
Gustav Mahler, 1860 im böhmischen Kalischt (Kaliště) geboren und im mährischen Iglau aufgewachsen, kennt Musik von Anfang an als Nebeneinander: Militärkapellen, Volkslieder, Tanzmusik aus dem Wirtshaus des Vaters, dazu Trauermärsche. Genau dieses Nebeneinander von Hohem und Banalem wird später sein Markenzeichen als Komponist. Doch zu Lebzeiten kennt ihn die Welt vor allem als Dirigent, als den vielleicht besten seiner Zeit. Nach Stationen von Budapest bis Hamburg erklimmt er 1897 den Gipfel: Direktor der Wiener Hofoper, wo er ein Jahrzehnt lang mit kompromisslosem Perfektionismus Maßstäbe setzt. Für den Posten konvertiert der Jude Mahler zum Katholizismus, dem Antisemitismus Wiens entkommt er trotzdem nie.
Komponiert wird nur in den Sommerferien, in Komponierhäuschen am Attersee und am Wörthersee: neun vollendete Sinfonien, gewaltige Klanggebäude zwischen Ländler und Weltuntergang: „eine Sinfonie muss sein wie die Welt, sie muss alles umfassen", sagt er zu Sibelius. Die 8. Sinfonie, wegen ihres riesigen Aufgebots „Sinfonie der Tausend" genannt, wird 1910 in München sein größter Triumph. Dazu kommen Liederzyklen voller Wehmut wie die „Kindertotenlieder" und „Das Lied von der Erde". Das berühmte Adagietto der 5. Sinfonie (eine Liebeserklärung an seine Frau Alma) wurde durch den Film „Tod in Venedig" weltberühmt.
1907 trifft ihn ein dreifacher Schicksalsschlag: Die Tochter Maria stirbt, ein Herzleiden wird diagnostiziert, die Oper drängt ihn hinaus. Mahler geht nach New York, dirigiert an der Met und leitet die New Yorker Philharmoniker.
Wusstest du, dass Mahler seine 9. Sinfonie nicht mehr hören konnte? Er starb 1911 in Wien, 50 Jahre alt. Sein Diktum aber behielt recht: „Meine Zeit wird noch kommen": seit den 1960er Jahren gehören seine Sinfonien zum Kernrepertoire aller großen Orchester.
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