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Jean Sibelius lernen
14 Fragen · Musik
Jean Sibelius, 1865 im finnischen Hämeenlinna geboren, wächst in einem Land auf, das es als Staat noch gar nicht gibt: Finnland ist Großfürstentum unter russischer Herrschaft. Der junge Janne träumt zunächst von einer Karriere als Geigenvirtuose, studiert dann aber Komposition in Helsinki, Berlin und Wien. Sein Stoff wird die Mythologie der Heimat: Mit „Kullervo" und der „Lemminkäinen-Suite" nach dem Nationalepos Kalevala (daraus stammt der berühmte „Schwan von Tuonela") wird er zur Stimme des erwachenden Finnlands.
1899 dann das Werk, das Geschichte schreibt: „Finlandia". Die Tondichtung entsteht als Protest gegen die russische Zensur und wird zur heimlichen Nationalhymne der Finnen: bei Aufführungen muss sie zeitweise unter Tarnnamen wie „Impromptu" angekündigt werden, um die Zensoren zu täuschen. Als Finnland 1917 unabhängig wird, ist Sibelius längst Nationalheld: Der Staat zahlt ihm seit 1897 ein Künstlergehalt auf Lebenszeit.
Sein eigentliches Hauptwerk sind die sieben Sinfonien, die die Gattung radikal verdichten: die einsätzige Siebte gilt als Gipfel dieser Kunst. Dazu kommt das Violinkonzert d-Moll, in das der verhinderte Geigenvirtuose all seine Liebe zum Instrument legt: heute eines der meistgespielten Violinkonzerte der Welt. Sibelius arbeitet in seinem Waldhaus „Ainola" nördlich von Helsinki, benannt nach seiner Frau Aino.
Und dann: Stille. Nach der Tondichtung „Tapiola" (1926) veröffentlicht Sibelius drei Jahrzehnte lang kein größeres Werk mehr: das berühmte „Schweigen von Järvenpää". Eine 8. Sinfonie, lange angekündigt, verbrennt er wohl eigenhändig im Ofen von Ainola. Wusstest du, dass Finnland seinen Geburtstag, den 8. Dezember, als „Tag der finnischen Musik" feiert? Sibelius stirbt 1957 mit 91 Jahren in Ainola.
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