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Pjotr Tschaikowski lernen
15 Fragen · Musik
Pjotr Iljitsch Tschaikowski, 1840 in Wotkinsk im russischen Ural geboren, schlägt zunächst den braven Weg ein: Jurastudium, Beamtenposten im Justizministerium. Doch mit 23 wirft er alles hin und schreibt sich am neuen Petersburger Konservatorium ein. Es ist die richtige Entscheidung: Tschaikowski wird der erste russische Komponist von Weltrang: einer, der russische Seele mit westeuropäischem Handwerk verbindet und Melodien von schmerzlicher Schönheit erfindet.
Seine Ballette machen ihn unsterblich: „Schwanensee", „Dornröschen" und „Der Nussknacker": bis heute die meistgetanzten Ballette der Welt, ohne die keine Weihnachtszeit denkbar wäre. Dazu kommen sechs Sinfonien, die Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia", die Oper „Eugen Onegin" nach Puschkin und das b-Moll-Klavierkonzert mit seinem berühmten Beginn: von dem Widmungsträger zunächst als „unspielbar" verworfen, dann ein Welterfolg. Seine donnernde „Ouvertüre 1812" mit echten Kanonenschüssen feiert Russlands Sieg über Napoleon.
Hinter dem Erfolg steht ein zerrissener Mensch: Tschaikowski leidet zeitlebens unter Depressionen und daran, seine Homosexualität in der russischen Gesellschaft verbergen zu müssen. Eine überstürzte Ehe scheitert nach Wochen. Halt gibt ihm eine der seltsamsten Freundschaften der Musikgeschichte: Die reiche Witwe Nadeschda von Meck unterstützt ihn 13 Jahre lang mit einer Rente: unter der Bedingung, dass sie sich niemals persönlich begegnen. Sie wechseln über 1200 Briefe.
1893, neun Tage nach der Uraufführung seiner düsteren 6. Sinfonie, der „Pathétique", stirbt Tschaikowski in Sankt Petersburg: offiziell an der Cholera; die genauen Umstände werden bis heute diskutiert. Wusstest du, dass er 1891 als Stargast die Eröffnung der Carnegie Hall in New York dirigierte?
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