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Antonio Vivaldi lernen
14 Fragen · Musik
Venedig um 1700: Gondeln, Karneval und ein rothaariger Priester, der wie besessen Geige spielt. Antonio Vivaldi, 1678 in Venedig geboren, wird wegen seiner Haarfarbe „il Prete Rosso" genannt, der rote Priester. Zum Priester geweiht, liest er schon bald kaum noch Messen: angeblich wegen seines Asthmas, das ihn zeitlebens plagt. Seine wahre Berufung findet er woanders: an der Violine und am Notenpapier.
Fast vier Jahrzehnte lang wirkt Vivaldi am Ospedale della Pietà, einem venezianischen Waisenhaus für Mädchen, als Geigenlehrer und Komponist. Das dortige Mädchenorchester macht er zu einem der besten Klangkörper Europas: Besucher aus dem ganzen Kontinent reisen an, um die jungen Musikerinnen hinter ihren Gittern aus geschmiedetem Eisen spielen zu hören. Für sie schreibt Vivaldi einen Großteil seiner rund 500 Konzerte, dazu Opern und Kirchenmusik wie das strahlende „Gloria".
Sein berühmtestes Werk sind „Die vier Jahreszeiten": vier Violinkonzerte, in denen Vogelgezwitscher, Sommergewitter, Erntedankfeste und klirrender Winterfrost hörbar werden. Vivaldi legte jedem Konzert ein Sonett bei, das die Szenen beschreibt: Programmusik, lange bevor es das Wort gab. Wusstest du, dass Johann Sebastian Bach Vivaldis Konzerte so bewunderte, dass er mehrere davon eigenhändig für Cembalo und Orgel bearbeitete?
Das Ende des Virtuosen ist bitter: Der Musikgeschmack wandelt sich, Venedig wendet sich ab, und Vivaldi zieht 1740 nach Wien, wo er sich neue Chancen erhofft. Dort stirbt er 1741 verarmt und wird in einem einfachen Grab beigesetzt. Erst im 20. Jahrhundert wird seine Musik wiederentdeckt: heute gehören die „Jahreszeiten" zu den meistgespielten Stücken der Welt.
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