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Richard Wagner lernen
15 Fragen · Musik
Richard Wagner, 1813 in Leipzig geboren, ist der wohl umstrittenste Gigant der Musikgeschichte: revolutionärer Erneuerer der Oper und zugleich ein schwieriger, von Schulden und Skandalen begleiteter Mensch, dessen antisemitische Schriften bis heute schwer wiegen. Nach der Teilnahme am Dresdner Maiaufstand 1849 muss er jahrelang ins Schweizer Exil fliehen; steckbrieflich gesucht, schreibt er dort an seiner Vision einer neuen Kunst.
Wagner will nicht bloß Opern schreiben, sondern das „Gesamtkunstwerk": Musik, Dichtung, Bühne und Drama als Einheit: er nennt seine Werke darum „Musikdramen" und verfasst sämtliche Textbücher selbst. Musikalisch arbeitet er mit Leitmotiven, wiederkehrenden Klangzeichen für Figuren, Dinge und Gefühle. Sein Hauptwerk ist ein Koloss: „Der Ring des Nibelungen", vier Opern um Götter, Helden und einen verfluchten Ring, zusammen rund 15 Stunden Musik: an denen er 26 Jahre arbeitet. Dazu kommen „Der fliegende Holländer", „Tannhäuser", „Lohengrin", „Tristan und Isolde", dessen kühne Harmonik die Tür zur modernen Musik aufstößt, und die „Meistersinger von Nürnberg".
Die Rettung aus ewiger Geldnot naht 1864: Der junge König Ludwig II. von Bayern, glühender Verehrer, begleicht Wagners Schulden und finanziert seine Träume. So entsteht in Bayreuth ein eigens für Wagners Werke gebautes Festspielhaus mit verdecktem Orchestergraben; 1876 eröffnen dort die Bayreuther Festspiele mit dem ersten kompletten „Ring". Privat sorgt er für Skandale: Cosima, Tochter Franz Liszts und Frau des Dirigenten Hans von Bülow, verlässt ihren Mann für Wagner.
Wusstest du, dass der Brautchor aus „Lohengrin" bis heute als „Treulich geführt" bei Hochzeiten erklingt? Wagner stirbt 1883 in Venedig: sein Werk und dessen Schattenseiten beschäftigen die Welt bis heute.
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