Als Begründer welcher Kunstrichtung gilt Courbet?
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Realismus
Sein Grundsatz: nur malen, was man wirklich sieht.
💡 Wusstest du? Courbet erklärte: „Zeigt mir einen Engel, und ich male einen“; er malte nur, was er tatsächlich sah.
17 Fragen · Kunst
Gustave Courbet wird 1819 in Ornans in Ostfrankreich geboren, als Sohn eines wohlhabenden Bauern. Diese ländliche Herkunft wird er zeitlebens stolz betonen. Selbstbewusst, streitbar und ein glänzender Selbstdarsteller, geht er nach Paris und stellt sich gegen die ganze etablierte Kunstwelt seiner Zeit. Courbet wird zum Begründer des „Realismus". Sein Programm ist radikal einfach: Der Maler solle nur darstellen, was er wirklich sieht: keine Götter, keine Helden, keine geschönten Idealwelten. Statt vornehmer Salons malt er Steinklopfer bei der schweren Arbeit, ein schlichtes Dorfbegräbnis oder Bäuerinnen beim Kornsieben, und das in Lebensgröße, wie man es sonst nur von historischen Königsbildern kannte. Das empörte das Bürgertum: gewöhnliche Arbeiter auf riesigen Leinwänden galten als Provokation. Courbet stellt seine Kunst offensiv zur Schau. Als die Weltausstellung von 1855 einige seiner Werke ablehnt, baut er kurzerhand einen eigenen „Pavillon des Realismus" daneben: eine der ersten Einzelausstellungen der Kunstgeschichte. Courbet ist auch politisch ein Rebell. Er unterstützt 1871 den Aufstand der Pariser Kommune, wird nach deren Niederschlagung verhaftet und muss ins Exil in die Schweiz fliehen, wo er 1877 stirbt. Sein Realismus ebnete den Weg für die Impressionisten und die ganze moderne Kunst. Wusstest du, dass ihm der Sturz einer Pariser Siegessäule angelastet wurde; er sollte die gewaltigen Kosten für ihren Wiederaufbau bezahlen, was ihn finanziell ruinierte? Courbet, der Vater des Realismus, zeigte das wahre Leben ohne Beschönigung: das monumentale „Ein Begräbnis in Ornans“, die schuftenden „Die Steinklopfer“ und „Die Kornsieberinnen“. Sein programmatisches „Das Atelier des Künstlers“ und „Die Begegnung (Bonjour, Monsieur Courbet!)“ verkünden sein Selbstbewusstsein, während „Frau mit Papagei“, „Die Frau in den Wellen“, „Mädchen an der Seine“, „Der verwundete Mann“ und „Hirschjagd im Winter“ seine Bandbreite zeigen.
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Realismus
Sein Grundsatz: nur malen, was man wirklich sieht.
💡 Wusstest du? Courbet erklärte: „Zeigt mir einen Engel, und ich male einen“; er malte nur, was er tatsächlich sah.
Frankreich
Courbet stammte aus Ornans in der Franche-Comté, dessen Bauern und Landschaft er berühmt machte.
💡 Wusstest du? Seine riesigen Bilder einfacher Landleute empörten das Pariser Publikum, das solche Formate nur von Historienbildern kannte.
einfache Arbeiter in Lebensgröße
Courbet malte Steinklopfer, Bauern und Trauernde in einer Größe, die bis dahin Königen und Heiligen vorbehalten war.
💡 Wusstest du? Solche Formate kannte man sonst nur von Königsbildern.
eigener Pavillon des Realismus
Eine der ersten Einzelausstellungen der Kunstgeschichte.
💡 Wusstest du? 1855 baute Courbet neben der Weltausstellung seinen eigenen „Pavillon des Realismus“: eine der ersten Einzelausstellungen der Kunstgeschichte.
Pariser Kommune
Als Anhänger der Pariser Kommune war Courbet 1871 am Sturz der Vendôme-Säule beteiligt: dafür wurde er inhaftiert und verurteilt.
💡 Wusstest du? Danach musste er ins Schweizer Exil fliehen.
1877 in der Schweiz
Sein Realismus ebnete den Weg für die Impressionisten.
💡 Wusstest du? Um der Riesenstrafe für die Vendôme-Säule zu entgehen, floh Courbet in die Schweiz, wo er 1877 verarmt starb.
Foto: Gustave Courbet · Public domain · Wikimedia Commons
Ein Begräbnis in Ornans
Um 1850: ein schlichtes Dorfbegräbnis, riesig wie ein Historienbild.
💡 Wusstest du? Über 40 lebensgroße Trauernde: ein Dorfbegräbnis so monumental wie ein Historiengemälde; 1850 ein Skandal.
Foto: Gustave Courbet · Public domain · Wikimedia Commons
Das Atelier des Künstlers
Entstanden um 1850.
💡 Wusstest du? Das rätselhafte Riesenbild nannte Courbet eine „reale Allegorie“; es versammelt sein ganzes Leben in einem Raum.
Foto: Gustave Courbet · CC0 · Wikimedia Commons
Frau mit Papagei
Entstanden um 1866.
💡 Wusstest du? Der freizügige Akt der „Frau mit Papagei“ provozierte das Publikum des Pariser Salons.
Foto: Gustave Courbet · CC0 · Wikimedia Commons
Die Frau in den Wellen
Entstanden um 1868.
💡 Wusstest du? Courbet malte die Frau in kühner, sinnlicher Pose direkt in der Meeresbrandung.
Foto: Gustave Courbet · Public domain · Wikimedia Commons
Die Begegnung (Bonjour, Monsieur Courbet!)
Entstanden um 1854.
💡 Wusstest du? Courbet zeigt sich selbstbewusst, wie ihn sein Mäzen unterwegs grüßt: ein Denkmal des Künstlerstolzes.
Foto: Gustave Courbet · Public domain · Wikimedia Commons
Die Steinklopfer
Um 1849: zwei Arbeiter bei schwerer Straßenarbeit, ein Manifest des Realismus.
💡 Wusstest du? Das Bild armer Straßenarbeiter galt als politisch brisant; das Original verbrannte 1945 im Krieg.
Public domain · Wikimedia Commons
Mädchen an der Seine
Entstanden um 1857.
💡 Wusstest du? Zwei müßige junge Frauen am Ufer, für bürgerliche Betrachter wirkten sie anstößig lässig.
Foto: Gustave Courbet · Public domain · Wikimedia Commons
Die Kornsieberinnen
Entstanden um 1854.
💡 Wusstest du? Für die arbeitenden Bäuerinnen standen Courbets eigene Schwestern Modell.
Foto: Gustave Courbet · Public domain · Wikimedia Commons
Der verwundete Mann
Entstanden um 1844.
💡 Wusstest du? Röntgenbilder zeigten, dass Courbet unter dem Verwundeten ursprünglich sich selbst mit einer Geliebten gemalt hatte.

Foto: Gustave Courbet · Public domain · Wikimedia Commons
Hirschjagd im Winter
Entstanden um 1867.
💡 Wusstest du? Courbet war leidenschaftlicher Jäger und malte immer wieder Tiere im verschneiten Jura.

Foto: Nadar · Public domain · Wikimedia Commons
Gustave Courbet
Gustave Courbet (1819 bis 1877) war ein französischer Maler und Begründer des Realismus, der das einfache Volk in monumentalen Bildern darstellte.
💡 Wusstest du? Courbet war ebenso Rebell in der Kunst wie in der Politik: seine Rolle in der Pariser Kommune kostete ihn Freiheit und Vermögen.
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