Welcher Kunstrichtung gehört Schiele an?
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Expressionismus
Er wollte das seelische Innere sichtbar machen.
💡 Wusstest du? Schieles schonungslose, oft verstörende Akte brachen radikal mit dem schönen Schein des Wiener Jugendstils.
16 Fragen · Kunst
Egon Schiele wird 1890 in Niederösterreich geboren und zeigt schon früh ein außergewöhnliches zeichnerisches Talent. Mit sechzehn Jahren wird er an der Wiener Kunstakademie aufgenommen, doch der aufmüpfige junge Mann fühlt sich vom starren Lehrbetrieb eingeengt und verlässt sie bald. Zum entscheidenden Vorbild und Förderer wird ihm der ältere Gustav Klimt, der sein Genie sofort erkennt. Schiele findet rasch zu einem völlig eigenen, radikalen Stil. Seine große Stärke ist die Linie: Mit einem nervösen, kantigen, scharf umrissenen Strich zeichnet und malt er Menschen von schonungsloser Eindringlichkeit. Seine Figuren wirken oft verrenkt, angespannt, verletzlich. Damit wird Schiele zu einem der wichtigsten Vertreter des Expressionismus, der nicht das schöne Äußere, sondern das seelische Innere sichtbar machen will. Besonders eindringlich sind seine zahlreichen Selbstbildnisse, in denen er sich immer wieder selbst erforscht: mager, angespannt, in dramatischen Posen. Auch als Porträtist und Landschaftsmaler, etwa mit seinen melancholischen Ansichten der Stadt Krumau, schafft er eindrucksvolle Werke. Schieles Leben ist kurz und intensiv. 1918 stirbt er mit nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe, die damals als Pandemie um die Welt geht: nur drei Tage nach seiner ebenfalls erkrankten Frau. Trotz seines frühen Todes gilt er heute als einer der bedeutendsten Künstler der klassischen Moderne. Wusstest du, dass er im selben Jahr wie sein Mentor Klimt starb: 1918 verlor Wien innerhalb weniger Monate gleich mehrere seiner größten Künstler? Schieles nervöse, kantige Linien und ungeschönte Körper machten ihn zum Enfant terrible der Wiener Moderne. Berühmt sind das „Bildnis der Wally Neuzil“ und das eindringliche „Tod und Mädchen“. Dazu kommen „Die Eremiten“, „Eduard Kosmack“ und die verwinkelten Stadtbilder „Tote Stadt III“, „Dämmernde Stadt (Krumau)“, „Hafen von Triëst“, „Vier Bäume“ und „Stein an der Donau, von Süden gesehen“.
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Expressionismus
Er wollte das seelische Innere sichtbar machen.
💡 Wusstest du? Schieles schonungslose, oft verstörende Akte brachen radikal mit dem schönen Schein des Wiener Jugendstils.
Gustav Klimt
Der junge Schiele suchte Gustav Klimt auf, der ihn förderte, ihm Modelle vermittelte und Bilder abkaufte.
💡 Wusstest du? Beide starben im selben Jahr 1918.
die Linie / Zeichnung
Seine Figuren wirken oft verrenkt und angespannt.
💡 Wusstest du? Schieles nervöse, kantige Linie gilt als eine der ausdrucksstärksten der Kunstgeschichte.
Selbstbildnisse
Schiele malte und zeichnete sich unentwegt selbst: verrenkt, nackt, verletzlich.
💡 Wusstest du? In hunderten Selbstbildnissen erforschte Schiele den eigenen Körper wie kaum ein Künstler vor ihm.
Wien
Schiele lebte und arbeitete in Wien, dem Zentrum der Kunst um 1900.
💡 Wusstest du? 1912 saß Schiele kurz im Gefängnis, weil seine freizügigen Bilder als anstößig galten: ein Werk verbrannte der Richter demonstrativ.
Spanische Grippe (mit 28)
Er starb nur drei Tage nach seiner ebenfalls erkrankten Frau.
💡 Wusstest du? Schiele starb 1918 mit nur 28 an der Spanischen Grippe: wenige Tage nach seiner ebenfalls erkrankten schwangeren Frau.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Bildnis der Wally Neuzil
Um 1912: ein berühmtes Porträt von Wally Neuzil.
💡 Wusstest du? Wally war Schieles Modell und Geliebte; das Bild bildet ein Gegenstück zu seinem eigenen Selbstporträt.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Tod und Mädchen
Um 1915: ein eindringliches Bild über Liebe und Vergänglichkeit.
💡 Wusstest du? Ein umschlungenes Paar am Abgrund: Schiele verarbeitete darin die Trennung von Wally.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Tote Stadt III
Entstanden um 1911.
💡 Wusstest du? Das mittelalterliche Krumau malte Schiele als menschenleere, wie erstarrte „tote Stadt“.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Die Eremiten
Entstanden um 1912.
💡 Wusstest du? Schiele stellte sich und Klimt als zwei ineinander verschmelzende, dunkle Mönchsgestalten dar.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Hafen von Triëst
Entstanden um 1907.
💡 Wusstest du? Ein frühes, farbiges Werk: Schiele reiste mit Wally an die Adria nach Triest.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Eduard Kosmack
Entstanden um 1910.
💡 Wusstest du? Der hypnotisch starrende Verleger sitzt angespannt zusammengekauert: ein Meisterwerk der Porträtkunst.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Dämmernde Stadt (Krumau)
Schiele malte die Heimatstadt seiner Mutter, Krumau, immer wieder als traumverlorene Häuserlandschaft.
💡 Wusstest du? In Krumau wurde Schiele wegen seines unkonventionellen Lebens mit einem Modell aus der Stadt gejagt.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Vier Bäume
Entstanden um 1917.
💡 Wusstest du? Vier Bäume in einer Reihe, einer schon herbstlich kahl: eine seltene, fast symbolische Landschaft.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Stein an der Donau, von Süden gesehen
Entstanden um 1913.
💡 Wusstest du? Auch die Donaustadt Stein malte Schiele als dicht gedrängte, steile Häuserwand.
Foto: Egon Schiele · Public domain · Wikimedia Commons
Egon Schiele
Egon Schiele (1890 bis 1918) war ein österreichischer Maler des Expressionismus, berühmt für seine schonungslosen Akte und die nervöse Kraft seiner Linie.
💡 Wusstest du? Schiele starb mit nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe: in einem einzigen Jahrzehnt hatte er ein riesiges, revolutionäres Werk geschaffen.
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