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Johannes Vermeer lernen
19 Fragen · Kunst
Johannes Vermeer wird 1632 im niederländischen Delft geboren und verbringt dort sein ganzes Leben. Über ihn ist erstaunlich wenig bekannt: keine Briefe, keine Tagebücher. Er handelt nebenbei mit Kunst, hat viele Kinder und lebt in bescheidenen Verhältnissen. Man weiß nicht einmal sicher, bei wem er das Malen lernte. Umso lauter sprechen seine wenigen Bilder.
Vermeer malt fast ausschließlich stille Szenen aus dem bürgerlichen Alltag: eine Frau, die einen Brief liest, eine Magd, die Milch eingießt, ein Mädchen am Fenster. Diese ruhigen Innenräume verwandelt er in reine Poesie. Sein größtes Geheimnis ist das Licht, meist von einem Fenster links einfallend, weich und beinahe greifbar, das über Wände, Stoffe und Gesichter gleitet.
Seine berühmtesten Werke sind das rätselhafte „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge", oft „die Mona Lisa des Nordens" genannt, und die „Ansicht von Delft", eines der schönsten Stadtbilder der Malerei. Vermeer arbeitet extrem langsam und hinterlässt nur rund fünfunddreißig Gemälde: jedes davon ein Juwel.
Vermeer stirbt 1675 verarmt und wird danach fast völlig vergessen. Erst zweihundert Jahre später wird er wiederentdeckt und gilt seither als einer der größten Meister der Malerei. Wusstest du, dass Forscher vermuten, Vermeer habe zur Hilfe eine „Camera obscura" benutzt (eine frühe optische Apparatur, fast wie eine Vorform der Fotokamera), um seine verblüffenden Lichteffekte zu erzielen?
Vermeers stille Innenräume leben vom Licht: allen voran „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ und die „Dienstmagd mit Milchkrug“, dazu die weite „Ansicht von Delft“ und die intime „Straße in Delft“. Immer wieder zeigt er lesende und musizierende Frauen („Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster“, „Briefleserin in Blau“, „Frau mit Waage“, „Das Konzert“ und „Die Musikstunde“) sowie die Gelehrten „Der Astronom“ und „Der Geograph“ und seine große Allegorie „Die Malkunst“.
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