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Mittelalter bis Barock: Quiz

16 Fragen · Kunst

Wer um 1130 die Kathedrale von Autun betrat, sah über dem Portal das Jüngste Gericht: Christus riesig in der Mitte, daneben Seelen, die auf einer Waage gewogen werden, und Teufel mit langen Krallen. Der Bildhauer Gislebertus setzte sogar seinen Namen darunter. Die Romanik erzählte in Stein und Farbe streng und feierlich vom Heil. Im Osten glänzten derweil die Mosaiken und Ikonen der byzantinischen Kunst auf Goldgrund, und bald ließ die Gotik in Chartres und in der Pariser Sainte-Chapelle riesige bunte Glasfenster leuchten. Im 15. Jahrhundert wurde die Kunst auf einmal irdisch. In Flandern malten Jan van Eyck und Rogier van der Weyden mit Öl so fein, dass man Pelz, Samt und Spiegelungen fast zu fühlen meint: Die altniederländische Malerei war geboren. In Florenz entdeckten Masaccio und Botticelli die Antike neu, und Brunelleschi führte mit einem Spiegelversuch die Zentralperspektive vor. Die Renaissance mündete um 1500 in die Hochrenaissance, als Leonardo, Michelangelo und Raffael gleichzeitig arbeiteten. Leonardo verwischte die Umrisse der Mona Lisa im Sfumato, Michelangelo stellte seinen David in den Contrapposto der antiken Statuen. Danach wurden die Figuren länger und seltsamer: Der Manierismus liebte Parmigianinos Madonna mit dem langen Hals. Im 17. Jahrhundert folgte das Barock mit Rubens, Bernini und gewaltigen Triptychen über den Altären. Wer Caravaggio nacheiferte, malte im Tenebrismus Figuren, die aus tiefem Schwarz auftauchen, und der Caravaggismus reichte von Rom bis Utrecht. Andrea Pozzo täuschte in Rom mit einer nur gemalten Kuppel jedes Auge, ein Meisterstück des Trompe-l’œil. Zum Schluss wird es leicht und verspielt: Im Rokoko schwingt bei Fragonard eine junge Frau auf der Schaukel und verliert dabei ihren Schuh. Sechzehn Fragen führen durch rund siebenhundert Jahre europäischer Kunst, vom Kirchenportal bis in den Salon.

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In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Welche Kunstrichtung schuf um 1130 das Weltgericht über dem Portal der Kathedrale von Autun, signiert vom Bildhauer Gislebertus?

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Romanik

Die Romanik prägte etwa die Zeit von 1000 bis um 1200; ihre Bildwerke zeigen streng geordnete, oft übergroße Heilsfiguren.

💡 Wusstest du? Der Name kam erst im 19. Jahrhundert auf, weil die Kunst an die römische Antike erinnerte.

Welche Kunstrichtung ließ ab dem 12. Jahrhundert riesige bunte Glasfenster leuchten, etwa in Chartres und in der Pariser Sainte-Chapelle?

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Gotik

Sie entstand um 1140 in der Gegend um Paris und verbreitete sich bis ins 15. Jahrhundert über ganz Europa.

💡 Wusstest du? Den Namen gaben ihr Gelehrte der Renaissance abfällig: Sie hielten den Stil für so barbarisch wie die Goten.

Welche Kunstrichtung malte Heilige als Ikonen auf Goldgrund und schmückte die Hagia Sophia mit Mosaiken?

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Byzantinische Kunst

Sie entstand im Oströmischen Reich mit der Hauptstadt Konstantinopel und lebt in der Ikonenmalerei Griechenlands und Russlands bis heute fort.

💡 Wusstest du? Im Bilderstreit des 8. und 9. Jahrhunderts wurden religiöse Bilder zeitweise verboten und zerstört.

Welche Kunstrichtung begründeten Jan van Eyck und Rogier van der Weyden im 15. Jahrhundert in Flandern mit ihren feinen Ölbildern?

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Altniederländische Malerei

Der Genter Altar der Brüder van Eyck, 1432 vollendet, gilt als eines ihrer Hauptwerke.

💡 Wusstest du? Lange hieß es, Jan van Eyck habe die Ölmalerei erfunden; tatsächlich hat er sie nur meisterhaft verfeinert.

Welche Kunstrichtung begann im Florenz des 15. Jahrhunderts mit Malern wie Masaccio und Botticelli und knüpfte bewusst an die Antike an?

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Renaissance

Gefördert von reichen Familien wie den Medici, entdeckten die Künstler Körper, Raum und Natur neu.

💡 Wusstest du? Das Wort bedeutet Wiedergeburt; Giorgio Vasari sprach schon 1550 von der „rinascita“ der Künste.

Welche Kunstrichtung bezeichnet die kurze Blütezeit um 1500 bis 1520, als Leonardo, Michelangelo und Raffael zugleich arbeiteten?

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Hochrenaissance

Zentren waren Florenz und vor allem das Rom der Päpste Julius II. und Leo X.

💡 Wusstest du? Um 1504 malten Leonardo und Michelangelo in Florenz gleichzeitig an zwei Schlachtenbildern für denselben Saal im Palazzo Vecchio.

Welche Kunstrichtung des 16. Jahrhunderts liebte überlängte, verdrehte Figuren wie in Parmigianinos „Madonna mit dem langen Hals“?

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Manierismus

Der Name kommt vom italienischen „maniera“, der persönlichen Handschrift eines Künstlers.

💡 Wusstest du? Auch El Greco, der in Toledo arbeitete, wird oft zu den späten Vertretern gezählt.

Welche Kunstrichtung des 17. Jahrhunderts setzte auf Pracht, Bewegung und Gefühl, etwa bei Rubens und in Berninis „Verzückung der heiligen Theresa“?

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Barock

Nach der Reformation nutzte die katholische Kirche die überwältigende Wirkung dieser Kunst, um die Gläubigen zu begeistern.

💡 Wusstest du? Das Wort stammt wohl vom portugiesischen „barroco“, einer unregelmäßig geformten Perle.

Welche Kunstrichtung brachten Gerrit van Honthorst und Hendrick ter Brugghen um 1620 von Rom nach Utrecht?

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Caravaggismus

Sie ahmten Caravaggio nach: dramatisches Licht aus dem Dunkel und Heilige mit den Gesichtern einfacher Leute.

💡 Wusstest du? Honthorst malte so viele Nachtszenen bei Kerzenlicht, dass man ihn in Italien „Gherardo delle Notti“ nannte.

Welche Kunstrichtung des 18. Jahrhunderts malte verspielte, galante Szenen in Pastelltönen, etwa Fragonards „Die Schaukel“?

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Rokoko

Auch Antoine Watteau und François Boucher gehören dazu; der Stil eroberte die Salons und Schlösser des Adels.

💡 Wusstest du? Der Name geht auf „rocaille“ zurück, das muschelartige Ornament jener Zeit.

Welcher Fachbegriff bezeichnet Leonardos rauchig weiche Übergänge ohne harte Umrisse, etwa im Lächeln der Mona Lisa?

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Sfumato

Das italienische Wort bedeutet etwa „verraucht“; Leonardo legte dafür viele hauchdünne Farbschichten übereinander.

💡 Wusstest du? Messungen ergaben, dass manche dieser Schichten nur wenige Tausendstel Millimeter dünn sind.

Welcher Fachbegriff bezeichnet die Raumdarstellung mit einem Fluchtpunkt, die Brunelleschi um 1420 in Florenz mit einem Spiegelversuch vorführte?

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Zentralperspektive

Leon Battista Alberti schrieb die Regeln 1435 in seinem Buch „De pictura“ nieder.

💡 Wusstest du? Masaccios Fresko der Dreifaltigkeit in Santa Maria Novella gilt als eines der ersten Bilder, die sie streng anwenden.

Welcher Fachbegriff bezeichnet ein dreiteiliges Altarbild mit klappbaren Seitenflügeln, etwa Rubens’ „Kreuzaufrichtung“ in Antwerpen?

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Triptychon

Der Mittelteil ist meist doppelt so breit wie die Flügel; zugeklappt zeigen deren Außenseiten oft ein eigenes Bild.

💡 Wusstest du? Auch moderne Maler griffen die Form auf, etwa Francis Bacon für einige seiner bekanntesten Bilder.

Welcher Fachbegriff bezeichnet die Haltung einer Figur mit Stand- und Spielbein, die Michelangelos David von antiken Statuen übernahm?

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Contrapposto

Das Gewicht ruht auf einem Bein, Hüfte und Schultern neigen sich gegenläufig, und die Figur wirkt dadurch lebendig.

💡 Wusstest du? Das italienische Wort bedeutet so viel wie „Gegensatz“ oder „Gegenüberstellung“.

Welcher Fachbegriff bezeichnet Malerei, die das Auge täuscht, etwa Andrea Pozzos scheinbare Kuppel in der Kirche Sant’Ignazio in Rom?

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Trompe-l’œil

Gemalte Architektur, Fenster oder Gegenstände wirken so echt, dass man sie für wirklich hält.

💡 Wusstest du? Das französische Wort bedeutet wörtlich „täusche das Auge“.

Welcher Fachbegriff bezeichnet die Malweise mit fast schwarzem Hintergrund, aus dem grell beleuchtete Figuren auftauchen, typisch für Caravaggio und José de Ribera?

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Tenebrismus

Der Name kommt vom italienischen „tenebroso“, finster.

💡 Wusstest du? Besonders in Spanien wurde der Stil beliebt; auch der junge Velázquez malte in Sevilla so.

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