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Literatur-Klassiker lernen
10 Fragen · Literatur
Manche Bücher sind so tief in unsere Sprache eingesickert, dass wir sie zitieren, ohne sie je gelesen zu haben. Wer „gegen Windmühlen kämpft“, steht in der Tradition von Miguel de Cervantes, dessen „Don Quijote“ als einer der ersten modernen Romane gilt. Wer eine Lage „kafkaesk“ nennt, denkt an Franz Kafka und „Die Verwandlung“, in der ein Mann eines Morgens als Käfer erwacht. Und wer vom „Großen Bruder“ spricht, zitiert George Orwell, der in „1984“ den totalen Überwachungsstaat entwarf.
Ganz oben im Kanon steht William Shakespeare. Die Liebestragödie „Romeo und Julia“ stammt von ihm, ebenso „Hamlet“, das Drama um einen zögernden Prinzen und die berühmteste Frage der Theatergeschichte: „Sein oder Nichtsein“. Noch einige Jahrhunderte früher schrieb Dante Alighieri die „Göttliche Komödie“, eine Reise durch Hölle, Läuterungsberg und Paradies und weil er in der Volkssprache statt auf Latein dichtete, prägte er das moderne Italienisch. Leo Tolstoi wiederum ließ in „Krieg und Frieden“ auf über 1200 Seiten mehr als 500 Figuren durch die napoleonische Zeit ziehen.
Auch die deutsche Literatur hat ihre Riesen. Johann Wolfgang von Goethe arbeitete über 60 Jahre am „Faust“, dem wir „des Pudels Kern“ verdanken. Sein Freund Friedrich Schiller, die zweite große Figur der Weimarer Klassik, schrieb „Wilhelm Tell“ mit dem berühmten Apfelschuss. Und die Brüder Grimm sammelten Volksmärchen wie Aschenputtel und Hänsel und Gretel: nebenbei begannen sie ein Wörterbuch, das erst über hundert Jahre später fertig wurde.
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