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Australopithecus afarensis (Lucy) lernen
12 Fragen · Wissenschaft
Am 24. November 1974 grub ein Team um Donald Johanson im äthiopischen Hadar ein Skelett aus, das die Vorstellung von unserer Vorgeschichte umkrempelte: 47 Knochen, rund 40 Prozent eines Individuums, 3,2 Millionen Jahre alt. Im Lager lief an jenem Abend „Lucy in the Sky with Diamonds“ von den Beatles und so bekam der Fund seinen Namen. In Äthiopien heißt sie Dinkinesh, „du bist wunderbar“. Lucy war eine erwachsene Frau von etwa 1,05 Metern, sie wog vielleicht 30 Kilogramm, und ihr Gehirn war kaum größer als das eines Schimpansen. Entscheidend aber war ihr Becken und der Winkel ihres Oberschenkelknochens: Sie ging aufrecht. Damit war endgültig klar, dass der aufrechte Gang Millionen Jahre vor dem großen Gehirn kam; die Forschung hatte es lange umgekehrt vermutet. Bestätigt wurde das durch die Fußspuren von Laetoli, die Angehörige ihrer Art hinterließen. Zugleich war Lucy kein reiner Bodenbewohner: Ihre gekrümmten Fingerknochen und die kräftigen Arme sprechen dafür, dass sie noch kletterte, vielleicht um nachts in Bäumen sicher zu schlafen. Ironischerweise deuten Brüche an ihren Knochen darauf hin, dass sie einen Sturz aus großer Höhe nicht überlebte. Australopithecus afarensis lebte vor etwa 3,9 bis 2,9 Millionen Jahren in Ostafrika, und Lucy blieb über Jahrzehnte das berühmteste Fossil der Welt: bis Funde wie das Kind von Dikika, ein dreijähriges Mädchen derselben Art, ihr Gesellschaft leisteten.
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