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Homo erectus lernen
12 Fragen · Wissenschaft
Homo erectus ist der große Auswanderer der Menschheitsgeschichte und die erfolgreichste Menschenart, die je gelebt hat: gemessen an der Zeit, denn sie existierte fast zwei Millionen Jahre, rund sechsmal so lange wie unsere eigene Art bisher. Der erste Fund kam 1891 aus Java, wo der niederländische Arzt Eugène Dubois gezielt nach dem „Bindeglied“ gesucht hatte und ein Schädeldach und einen Oberschenkelknochen fand; er nannte sein Wesen Pithecanthropus erectus, den aufrecht gehenden Affenmenschen, und wurde dafür jahrzehntelang verspottet. Später kamen der Pekingmensch aus China, die Funde von Dmanissi in Georgien und der fast vollständige „Turkana Boy“ aus Kenia dazu: ein Jugendlicher von rund 1,6 Millionen Jahren, dessen Körperbau bereits modern anmutet: lange Beine, schmales Becken, ausdauernder Läufer. Mit diesem Körper verließ Homo erectus als erste Menschenart Afrika und besiedelte Asien bis nach Indonesien. Sein Gehirn maß rund 900 Kubikzentimeter, seine Werkzeuge waren die eleganten, beidseitig bearbeiteten Faustkeile des Acheuléen; eine Form, die über eine Million Jahre nahezu unverändert blieb. Auch die frühesten überzeugenden Feuerstellen fallen in seine Zeit, etwa in der israelischen Fundstelle Gesher Benot Yaaqov. Und ausgerechnet der erfolgreichste Mensch starb still: Auf Java lebten die letzten Vertreter noch vor etwa 110.000 Jahren, als Homo sapiens sich längst auf den Weg gemacht hatte.
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