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Homo habilis lernen
12 Fragen · Wissenschaft
Als Jonathan Leakey, Sohn von Louis und Mary Leakey, 1960 in der Olduvai-Schlucht Kieferstücke und Handknochen eines gut zwei Millionen Jahre alten Wesens fand, standen die Forscher vor einer Entscheidung mit Folgen: War das noch ein Australopithecus oder schon ein Mensch? Louis Leakey, Phillip Tobias und John Napier entschieden sich 1964 für den Menschen und gaben ihm den Namen Homo habilis, den „geschickten Menschen“, weil in denselben Schichten primitive Steinwerkzeuge lagen. Der Name war ein Programm und eine Wette, über die bis heute gestritten wird. Habilis hatte ein Gehirn von rund 600 Kubikzentimetern, größer als das der Australopithecinen, aber weit kleiner als unseres; sein Gesicht blieb vorstehend, sein Körper klein, seine Arme lang. Manche Fachleute halten die Art deshalb für einen späten Australopithecus im falschen Namensschild, andere für den ersten echten Vertreter unserer Gattung. Sicher ist: In seiner Zeit, vor etwa 2,3 bis 1,5 Millionen Jahren in Ostafrika, entstand die erste anhaltende Werkzeugtradition, das Oldowan: Geröllsteine, von denen man mit gezielten Schlägen scharfe Abschläge löste. Damit ließen sich Kadaver zerlegen und Knochen aufbrechen, an deren fettes Mark sonst kein Aasfresser kam. Ob habilis selbst der Erfinder war, ist offen, denn die ältesten bekannten Werkzeuge sind über drei Millionen Jahre alt und damit älter als die Gattung Homo. Und noch etwas ist klar: Er war kein alleiniger Herr Afrikas: Paranthropus und der frühe Homo erectus lebten zur selben Zeit in derselben Landschaft.
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