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Paranthropus (Nussknackermensch) lernen

12 Fragen · Wissenschaft

Nicht jeder Zweig des Stammbaums führte zu größeren Gehirnen: manche führten zu größeren Zähnen. Als Mary Leakey 1959 in der Olduvai-Schlucht einen Schädel mit gewaltigen Backenzähnen und einem Knochenkamm auf dem Scheitel fand, taufte ihr Mann Louis den Fund „Nussknackermensch“, wissenschaftlich Paranthropus boisei, benannt nach dem Geldgeber Charles Boise. Der Schädel war so eigenartig, dass er zum Aushängeschild einer ganzen Strategie wurde: Paranthropus setzte auf Kauen. Die Backenzähne waren viermal so groß wie unsere, der Schmelz extrem dick, die Kaumuskeln so mächtig, dass sie am Schädeldach einen knöchernen Kamm zur Verankerung brauchten: dieselbe Konstruktion wie beim Gorilla. Drei Arten kennt man: aethiopicus, boisei und robustus, sie lebten vor etwa 2,7 bis 1,2 Millionen Jahren neben den frühen Homo-Arten in Ost- und Südafrika. Die Isotopenanalyse ihrer Zähne brachte eine Überraschung: Der „Nussknacker“ knackte offenbar kaum Nüsse, sondern ernährte sich überwiegend von Gräsern und Seggen: zäher Massenkost, die stundenlanges Mahlen verlangt. Am Ende starb diese Linie aus, während die kleinzahnigen, werkzeugbauenden Verwandten überlebten. Der Nachruf ist trotzdem freundlich: Paranthropus war über anderthalb Millionen Jahre erfolgreich, länger als es Homo sapiens bislang gibt. Und interessanterweise fand man in seiner Nähe Knochenwerkzeuge: womöglich hat auch er sie benutzt.

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Alle Fragen mit Lösung

Nussknackermensch

Foto: Durova · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Welchen Spitznamen bekam Paranthropus boisei wegen seiner Zähne?

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Nussknackermensch

Louis Leakey prägte ihn wegen der gewaltigen Backenzähne: ausgerechnet dieser Name erwies sich später als irreführend.

Wozu diente der Knochenkamm auf dem Schädeldach von Paranthropus?

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Zur Verankerung riesiger Kaumuskeln

Der Scheitelkamm bot Ansatzfläche für Muskeln, die den Kiefer mit enormer Kraft schlossen: Gorillas und viele Raubtiere haben denselben Bauteil.

Was fraß der „Nussknackermensch“ nach Isotopenanalysen tatsächlich überwiegend?

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Gräser und Seggen

Kaum Nüsse: Der Kohlenstoff in seinem Zahnschmelz verrät eine Kost aus zähen Süßgräsern: reichlich vorhanden, aber nur mit Dauermahlen verwertbar.

Wer fand 1959 den berühmten Schädel in der Olduvai-Schlucht?

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Mary Leakey

Sie entdeckte ihn, ihr Mann Louis beschrieb ihn. Mary Leakey fand später auch die Fußspuren von Laetoli: zwei der wichtigsten Funde der Disziplin.

Wie groß waren die Backenzähne von Paranthropus im Vergleich zu unseren?

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Etwa viermal so groß

Dazu extrem dicker Zahnschmelz: der Kauapparat war das Spezialwerkzeug dieser Linie, so wie das Gehirn das der Homo-Linie wurde.

Wie viele Arten von Paranthropus sind bekannt?

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Drei

P. aethiopicus, P. boisei und P. robustus: die ersten beiden in Ostafrika, robustus in Südafrika. Alle mit demselben Bauprinzip: robuster Kauapparat, mäßiges Gehirn.

Wann lebte Paranthropus?

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Vor etwa 2,7 bis 1,2 Millionen Jahren

Anderthalb Millionen Jahre: länger, als es Homo sapiens bisher gibt. Aussterben ist kein Zeichen von Untauglichkeit, nur von veränderten Bedingungen.

Neben welcher Menschengattung lebte Paranthropus in Afrika?

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Neben Homo

Homo habilis und der frühe Homo erectus teilten dieselben Landschaften: zwei Strategien nebeneinander: das Gehirn und der Kiefer.

Worin unterschied sich die Überlebensstrategie von Paranthropus und Homo?

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Paranthropus setzte auf Kauen, Homo auf Werkzeuge

Der eine passte seinen Körper an harte Nahrung an, der andere bearbeitete die Nahrung außerhalb des Körpers. Nur eine der beiden Linien existiert noch.

Was bedeutet der Gattungsname Paranthropus?

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Neben dem Menschen

Griechisch para (neben) und anthropos (Mensch) (der Name drückt genau die Position aus): nah verwandt, aber nicht auf unserer Linie.

Ein Schädel von Paranthropus aethiopicus

Foto: Nrkpan · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Welcher spektakuläre Fund wird „Black Skull“ genannt?

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Ein Schädel von Paranthropus aethiopicus

Der 2,5 Millionen Jahre alte Schädel KNM-WT 17000 vom Turkana-See ist durch Mangan tiefschwarz verfärbt: die älteste bekannte Paranthropus-Art.

Was fand man in Südafrika in der Nähe von Paranthropus robustus?

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Knochenwerkzeuge

Abgenutzte Knochenspitzen, offenbar zum Aufgraben von Termitenhügeln. Ob Paranthropus sie benutzte oder der zeitgleiche frühe Homo, ist ungeklärt.

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