🥜
Paranthropus (Nussknackermensch) lernen
12 Fragen · Wissenschaft
Nicht jeder Zweig des Stammbaums führte zu größeren Gehirnen: manche führten zu größeren Zähnen. Als Mary Leakey 1959 in der Olduvai-Schlucht einen Schädel mit gewaltigen Backenzähnen und einem Knochenkamm auf dem Scheitel fand, taufte ihr Mann Louis den Fund „Nussknackermensch“, wissenschaftlich Paranthropus boisei, benannt nach dem Geldgeber Charles Boise. Der Schädel war so eigenartig, dass er zum Aushängeschild einer ganzen Strategie wurde: Paranthropus setzte auf Kauen. Die Backenzähne waren viermal so groß wie unsere, der Schmelz extrem dick, die Kaumuskeln so mächtig, dass sie am Schädeldach einen knöchernen Kamm zur Verankerung brauchten: dieselbe Konstruktion wie beim Gorilla. Drei Arten kennt man: aethiopicus, boisei und robustus, sie lebten vor etwa 2,7 bis 1,2 Millionen Jahren neben den frühen Homo-Arten in Ost- und Südafrika. Die Isotopenanalyse ihrer Zähne brachte eine Überraschung: Der „Nussknacker“ knackte offenbar kaum Nüsse, sondern ernährte sich überwiegend von Gräsern und Seggen: zäher Massenkost, die stundenlanges Mahlen verlangt. Am Ende starb diese Linie aus, während die kleinzahnigen, werkzeugbauenden Verwandten überlebten. Der Nachruf ist trotzdem freundlich: Paranthropus war über anderthalb Millionen Jahre erfolgreich, länger als es Homo sapiens bislang gibt. Und interessanterweise fand man in seiner Nähe Knochenwerkzeuge: womöglich hat auch er sie benutzt.
Kostenlos üben
In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.