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Steinzeit: Werkzeuge & Kultur lernen
13 Fragen · Wissenschaft
Die längste Epoche der Menschheitsgeschichte heißt nach einem Material, das sich erhält: Stein. Alles andere, was die frühen Menschen benutzten, ist längst vergangen: Holz, Bast, Leder, Schnüre. Man muss sich die Steinzeit deshalb als Zeitalter des Holzes vorstellen, von dem nur die Steinklingen übrig blieben. Die älteste bekannte Tradition ist das Oldowan, benannt nach der Olduvai-Schlucht: Geröllsteine, von denen mit gezielten Schlägen Abschläge gelöst wurden, deren Kante schärfer schneidet als jedes Raubtiergebiss. Vor rund 1,7 Millionen Jahren kam das Acheuléen mit dem Faustkeil, einem beidseitig symmetrisch geformten Werkzeug, dessen Herstellung Planung verlangt: Man muss die fertige Form im Kopf haben, bevor der erste Schlag fällt. Der wohl größte Sprung ist eine Idee, keine Form; die Levallois-Technik der Neandertaler, bei der ein Steinkern so präpariert wird, dass sich am Ende mit einem einzigen Schlag ein vorher festgelegtes Stück löst. Später kamen Klingen, Speerschleudern, Nähnadeln aus Knochen und Pfeil und Bogen. Parallel dazu erscheint das, was keinen praktischen Nutzen hat und doch das Menschlichste ist: die geritzten Ocker-Rauten von Blombos, die Löwenmenschen-Figur aus Mammut-Elfenbein, die Handnegative an Höhlenwänden: Menschen, die ihre Hand an den Fels legten und Farbe darüber bliesen, um zu sagen: Ich war hier. Die ältesten hölzernen Jagdwaffen der Welt kamen ausgerechnet in Niedersachsen ans Licht, in einer Braunkohlegrube bei Schöningen.
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