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Steinzeit: Werkzeuge & Kultur lernen

13 Fragen · Wissenschaft

Die längste Epoche der Menschheitsgeschichte heißt nach einem Material, das sich erhält: Stein. Alles andere, was die frühen Menschen benutzten, ist längst vergangen: Holz, Bast, Leder, Schnüre. Man muss sich die Steinzeit deshalb als Zeitalter des Holzes vorstellen, von dem nur die Steinklingen übrig blieben. Die älteste bekannte Tradition ist das Oldowan, benannt nach der Olduvai-Schlucht: Geröllsteine, von denen mit gezielten Schlägen Abschläge gelöst wurden, deren Kante schärfer schneidet als jedes Raubtiergebiss. Vor rund 1,7 Millionen Jahren kam das Acheuléen mit dem Faustkeil, einem beidseitig symmetrisch geformten Werkzeug, dessen Herstellung Planung verlangt: Man muss die fertige Form im Kopf haben, bevor der erste Schlag fällt. Der wohl größte Sprung ist eine Idee, keine Form; die Levallois-Technik der Neandertaler, bei der ein Steinkern so präpariert wird, dass sich am Ende mit einem einzigen Schlag ein vorher festgelegtes Stück löst. Später kamen Klingen, Speerschleudern, Nähnadeln aus Knochen und Pfeil und Bogen. Parallel dazu erscheint das, was keinen praktischen Nutzen hat und doch das Menschlichste ist: die geritzten Ocker-Rauten von Blombos, die Löwenmenschen-Figur aus Mammut-Elfenbein, die Handnegative an Höhlenwänden: Menschen, die ihre Hand an den Fels legten und Farbe darüber bliesen, um zu sagen: Ich war hier. Die ältesten hölzernen Jagdwaffen der Welt kamen ausgerechnet in Niedersachsen ans Licht, in einer Braunkohlegrube bei Schöningen.

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In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Wie heißt die erste große Steinwerkzeug-Tradition, rund 2,6 Millionen Jahre alt?

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Das Oldowan

Benannt nach der Olduvai-Schlucht in Tansania: Geröllsteine mit wenigen gezielten Abschlägen. Die ältesten Funde dieser Art sind rund 2,6 Millionen Jahre alt.

Welche Werkzeugkultur brachte den Faustkeil hervor?

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Das Acheuléen

Ab etwa 1,7 Millionen Jahren, nach dem Fundort Saint-Acheul in Frankreich. Der Faustkeil verlangt eine Vorstellung vom Ergebnis, bevor der erste Schlag fällt.

Welche Technik der Neandertaler löst mit einem einzigen Schlag ein vorgeformtes Stück vom Kern?

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Die Levallois-Technik

Der Steinkern wird zuerst zurechtgeschlagen wie eine Gussform: erst dann fällt der entscheidende Schlag. Ein mehrstufiger Plan in Stein.

Wo fand man die ältesten bekannten Steinwerkzeuge der Welt?

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In Lomekwi in Kenia

3,3 Millionen Jahre alt: älter als die Gattung Homo. Wer sie herstellte, ist unbekannt; infrage kommt ein später Australopithecus.

In Schöningen in Niedersachsen

Foto: P. Pfarr NLD · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

Wo wurden die ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen aus Holz gefunden?

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In Schöningen in Niedersachsen

Rund 200.000 Jahre alte Wurfspeere (2025 neu datiert) aus Fichtenholz, im Grundwasser einer Braunkohlegrube konserviert. Sie beweisen planvolle Gemeinschaftsjagd lange vor Homo sapiens.

Der Löwenmensch

Foto: Dagmar Hollmann · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Welche 40.000 Jahre alte Elfenbeinfigur aus der Schwäbischen Alb gilt als älteste Skulptur eines Mischwesens?

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Der Löwenmensch

Aus einem Mammutstoßzahn geschnitzt, gefunden in der Stadel-Höhle. Ein Wesen, das es nie gab: der älteste Beleg für Fantasie in Materialform.

Handnegative

Foto: Mariano · Public domain · Wikimedia Commons

Welche Bilder an Höhlenwänden entstanden, indem Farbe über die aufgelegte Hand gesprüht wurde?

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Handnegative

In Höhlen von Spanien bis Indonesien und Argentinien. Manche sind über 40.000 Jahre alt: ein „Ich war hier“ ohne Schrift.

Aus welchem Material war das meiste Steinzeit-Werkzeug, das wir NICHT mehr finden?

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Aus Holz

Speere, Grabstöcke, Schäftungen, Behälter, Fallen: Alles Organische vergeht. Unser Bild der Steinzeit ist deshalb systematisch verzerrt: zugunsten des Steins.

Welche südafrikanische Fundstelle lieferte 75.000 Jahre alte gravierte Ockerstücke?

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Die Blombos-Höhle

Rautenmuster in Rötel und durchbohrte Muschelperlen: die ältesten weithin anerkannten Belege für Symbolgebrauch beim Menschen.

Welche Erfindung machte eng anliegende, wärmende Kleidung möglich?

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Die Nähnadel

Knochennadeln mit Öhr, seit rund 40.000 Jahren belegt. Erst genähte Kleidung erlaubte das Leben in wirklich kalten Regionen: Kleiderläuse datieren den Anfang sogar noch früher.

Welches Gerät verlängert den Wurfarm und verdoppelt fast die Reichweite der Jagdwaffe?

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Die Speerschleuder

Auch Atlatl genannt, seit etwa 20.000 Jahren nachgewiesen: manche eiszeitlichen Exemplare sind kunstvoll mit Tierfiguren geschnitzt.

Welche französische Höhle birgt über 35.000 Jahre alte Malereien von Löwen und Nashörnern?

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Die Chauvet-Höhle

1994 entdeckt und sofort verschlossen, um sie zu schützen: Besucher sehen einen originalgetreuen Nachbau. Lascaux hatte gezeigt, was Atemluft mit 17.000 Jahre alten Farben macht.

Venusfigurinen

Foto: User:MatthiasKabel · CC BY 2.5 · Wikimedia Commons

Wie nennt man die kleinen weiblichen Statuetten der Eiszeit, etwa die von Willendorf?

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Venusfigurinen

Die älteste, die Venus vom Hohle Fels, ist rund 40.000 Jahre alt. Ihre Bedeutung ist unbekannt: Fruchtbarkeitssymbol, Selbstporträt, Schutzfigur: alles Deutungsversuche.

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